Letztes Update:
20251013065701

Wadephul über gestartete Geisel-Übergabe: „Sehr bewegend“

06:55
13.10.2025
Außenminister Johann Wadephul nennt die Freilassung der ersten von der islamistischen Hamas im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln „sehr bewegend“. „Ein Moment der Freude, aber auch ein Moment der Beklommenheit, denn wir wissen natürlich, dass manche wirklich nur noch als Tote zurückkehren“, sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. „Es ist sehr bewegend, weil unter den Freigelassenen ja auch etliche sind, die die deutsche Staatsangehörigkeit haben.“

Auf die Frage, ob er an einen echten Frieden in der Region über die nächsten Tage und Wochen glaube, antwortete Wadephul: „Ich glaube daran, weil ich festgestellt habe, dass beide Seiten verstanden haben, dass auf militärischem Wege mit Kampf, mit Gewalt, mit Töten, mit Gefangenhalten keine Lösung zu erzielen ist.“

Wadephul: Einsatz deutscher Soldaten nicht die beste Lösung

Man sei jetzt an einem guten Ausgangspunkt für weitere Verhandlungen und Gespräche, die aber auch geführt werden müssten. Einen Einsatz deutscher Soldaten halte er in der Region jedoch nicht für die beste Lösung.

„Wir werden sicherlich unseren Beitrag leiden. Deutschland wird einen entscheidenden Beitrag zum Wiederaufbau leisten. Das ist in der Bundesregierung vereinbart.“

Jan-Felix Jasch

Sieben Geiseln in Israel angekommen - auch drei Deutsche

06:46
13.10.2025
Die ersten sieben der verbliebenen 48 Geiseln sind aus dem Gazastreifen freigekommen. Das Rote Kreuz nahm die sieben Männer, darunter drei der vier noch lebenden deutsch-israelischen Geiseln, am Montagmorgen in Gaza in Empfang und übergab sie an die israelische Armee, die sie nach Israel zurückbrachte. Ersten Medienberichten zufolge geht es den Befreiten den Umständen entsprechend gut.

Hamas hatte laut Medienberichten zwanzig der insgesamt 48 Geiseln als lebend bestätigt. Zu den ersten freigelassenen Geiseln gehören die Zwillinge Ziv und Gali Berman sowie Alon Ohel, die deutsche Bürger sind. Die vierte noch lebende deutsche Geisel, Rom Braslavski, befindet sich derzeit weiterhin in Hamasgefangenschaft.

Hamas und Israel hatten sich auf ein Waffenstillstandsabkommen geeinigt, das die Rückführung aller Geiseln sowie die Freilassung von 250 palästinensischen Sicherheitsgefangenen mit lebenslänglichen Haftstrafen sowie von 1.700 Palästinensern vorsieht, die seit Kriegsbeginn im Gazastreifen festgenommen wurden. Das Abkommen trat am Freitag in Kraft.

Jan-Felix Jasch

„The Times“: Neuformierung der Hamas muss verhindert werden

06:35
13.10.2025
Die Londoner „Times“ kommentiert am Montag den Gaza-Friedensplan:

„Der amerikanische Präsident kann den Löwenanteil des Ruhms für diesen Fortschritt für sich beanspruchen. Es ist jedoch auch wichtig, den Beitrag Katars, Saudi-Arabiens, Ägyptens und der Türkei anzuerkennen, die diese Einigung ermöglicht haben. Erst durch die Unterstützung des Plans durch diese Staaten gibt es eine - wenn auch keineswegs sichere - Aussicht auf Erfolg.

Die Koalition muslimischer Staaten hat entscheidend dazu beigetragen, der Hamas ihre fast vollständige Isolation und die Hoffnungslosigkeit ihrer derzeitigen Lage vor Augen zu führen. Sie wird auch erforderlich sein, um sicherzustellen, dass die Terrororganisation weiter isoliert bleibt, während sie versucht, sich nach den Verwüstungen, die sie vor 24 Monaten mit ihrem Überfall auf den Süden Israels ausgelöst hat, neu zu formieren. (…)

Diplomatie allein genügt nicht, um den Gazastreifen zu stabilisieren und die Hamas zu entmachten. Schon jetzt weicht die Organisation vom Trump-Plan ab, der ihre Entwaffnung vorsieht. (…) Der Druck der muslimischen Staaten auf die Hamas, der sie an den Verhandlungstisch gebracht hat, muss verdoppelt werden, wenn Gaza nicht zu einem zweiten Beirut werden soll. Erforderlich wäre eine Friedenstruppe, die bereit ist, notfalls zurückzuschießen.“

Jan-Felix Jasch