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Sven Wenzel

Eine Überraschung

23:40
04.02.2025
Da mussten wir beim Crawfish-Futtern plötzlich mächtig schlucken. Die Gunst des etwas mit weniger Terminen vollgepackten Tages wollten wir nutzen für einen ersten Ausflug in die Stadt. Mit ordentlich Hunger, denn Essen kommt auf diesen Super-Bowl-Trips immer zu kurz. Zumindest gutes Essen, kein Fast Food. Wir fanden ein kleines Seafood-Restaurant abseits der Touristenströme in Mid-Town. Mit einer Open-Air-Küche, in der die feinen Louisiana-Flusskrebe auf ihr Schicksal warteten: Das ist ist intensiv gewürzt und mit viel Knoblauch versehen. Große Sauerei beim Essen, aber das viele Küchenpapier allemal wert. So lecker! Wäre da nicht diese Nachricht gewesen, die uns plötzlich ereilte: Der Präsident hat sich zum Super Bowl angekündigt. Das Weiße Haus hat es bestätigt. 

Donald Trump kommt also am Sonntag nach New Orleans. Das der Staatschef bei einem bedeutenden Sportereignis im eigenen Land vorbeischaut, erscheint zunächst einmal nicht ungewöhnlich. Bei genauerem Hinsehen aber schon: Trump ist der erste US-Präsident überhaupt, der den Super Bowl besuchen wird. Hat vor ihm noch keiner gemacht. 

Nun kann man zu Trump, dem Präsidenten mit Pfälzer Wurzeln, stehen wie man will. Uns beschäftigen andere Fragen: Was passiert mit den Sicherheitsvorkehrungen in der Stadt? Was bedeutet das für den Spieltag? Und: Wusste Trumps Innenministerin Kristi Noem, in den USA Homeland Secretary genannt, schon Bescheid, als sie am Montag über die Sicherheit in der Stadt sprach? Schon da wurde deutlich, dass die USA unter Trump ein anderes Land werden würden: Anders im Tonfall, anders im Umgang mit allem. Noem ist  übrigens eine Ministerin, wie man sie im Trump-Kabinett erwartet: Konservativ, von der Waffenlobby unterstützt, den Klimawandel leugnend. Die 52-Jährige schrieb einmal, dass sie ihre 14 Monate alte Hündin Cricket eigenhändig erschossen habe, weil diese sich nicht zum Jagdhund ausbilden ließ. New Orleans werde in dieser Woche der sicherste Ort sein auf der Welt, sagte sie am Montag. 

Ob es nur ein Gefühl war, dass sich die Stimmung in der Stadt auf dem Rückweg verändert hatte? Die Lebensfreude und Gelassenheit, die bislang in den Straßen herrschte, war einer Anspannung gewichen. Straßensperren und viel Polizeipräsenz. Gerade an der Bourbom Street, jener Vergünugngsmeile, an der sich im Januar die Terrorfahrt ereignete. Mal gespannt, wie sich das Ganze bis zum Wochenende weiter entwickelt. 

Sven Wenzel