Ganz ehrlich: Ich war nicht mehr davon ausgegangen, heute noch in New Orleans anzukommen. Und die Kranich-Airline hat das offenbar auch nicht mehr geglaubt. Jedenfalls stand beim Anschlussflug ab Washington schon "annulliert" in der App. Umgebucht auf Ortszeit Montag, 9 Uhr. Doof, wenn um 10 Uhr das offizielle Programm in der Super-Bowl-Stadt beginnt. Wir sind hier im Vergleich zu Deutschland übrigens sieben Stunden zurück
Dabei begann das Abenteuer völlig entspannt. Rund 13 Stunden waren für die Anreise anberaumt. Zwar war es eng im Flugzeug, aber schlafen ging trotzdem. Zwei Filme (Twisters, das Remake des Wirbelsturm-Blockbusters aus den 90ern und Konklave mit Ralph Fiennes) verschafften Entspannung. Die 30 Minuten Verspätung, die wir beim Start schon hatten, konnte der Pilot beim Weg über den Atlantik nicht verringern. Blieb noch gut eine Stunde Umsteigezeit in der US-Hauptstadt.
Gebranntes Kind: Bei einer privaten Reise waren wir fast schon einmal in Washington Dules gestrandet. Die Einwanderung, die man durchlaufen muss, wenn man die USA betritt, dauerte unheimlich lange. Daher war mit Blick auf den Umsteigeflughafen schon seit der Buchung die Sorge ein steter Begleiter. Die konnten auch die Medienkollegen aus Nordrhein-Westfalen, die mit an Bord waren, nicht nehmen. "Ach, wird schon", sagten sie.
Doch die Zeit rennt. Vom Rollfeld in den Bus zum Einreiseprozedere. Tatsächlich: kaum eine Schlange. Trotzdem dauert es, es sind nur wenige Schalter geöffnet. Und eine kleine Befragung durch den Beamten gilt es auch noch zu meistern. Muss sein. Koffer holen und wieder abgeben. Der Blick auf die Uhr: Das Boarding geht bereits auf die Zielgeraden. Eine Mitarbeiterin sagt: "Noch 3 Minuten. Go go go". Und so entscheidet sich die lange Anreise bei einem kurzen Sprint. Hätte nicht länger dauern dürfen. Das Gate wird alsbald geschlossen.