Im Interview mit dem Kicker warfen Steffen Heidrich und Eduard Geyer einen Blick auf den Ostfußball und was sportlich in den letzten Jahren falsch lief. Positiv äußerten Sie sich allerdings über die Entwicklungen bei Union Berlin und dem FC Erzgebirge Aue.
Auch der 1. FC Magdeburg war Teil der Analyse. Steffen Heidrich, der in seiner Spielerkarriere für den FC Karl-Marx-Stadt, VFB Leipzig, Energie Cottbus und Dynamo Dresden aktiv war, fordert beim FCM eine klare Strategie:
„In Magdeburg hatte man in den vergangenen Jahren eigentlich eine gute Linie, und man hat mit Trainer Jens Härtel auch Konstanz bewiesen. Aber nach dem Aufstieg in die 2. Liga ist die Führung zu wenig Risiko gegangen und hat zu wenige erfahrene Spieler dazugeholt. Jetzt muss der FCM wieder eine Linie finden."
Nach einem schwierigen Jahr für den gesamten Ostfußball - Dresden ist aus der 2. Liga und Jena und Chemnitz aus der 3. Liga abgestiegen - wird erneut deutlich, dass der Ostfußball dem Westen hinterherhinkt. Schon vor Jahren erkannte Eduard Geyer diesen Missstand. Und der Trend setzt sich seiner Meinung nach fort:
„Wenn man die aktuelle Situation der Ostvereine betrachtet - von der Bundesliga bis zur Regionalliga - haben wir uns noch weiter von den Westclubs entfernt. Das Traurige im Fußball ist, dass die Unterschiede zwischen den reichen und armen Clubs immer größer werden. Ohne Geld bist du im nationalen und im internationalen Geschäft chancenlos."
Stephen Leuschner