Die Vorbereitung beim Handball-Oberligisten HSG Delmenhorst läuft weiter auf Hochtouren: Am Dienstagabend traf die Sieben von Coach Jonas Meißner auf Verbandsligist SVGO Bremen. Die Leistung beim 36:31 (18:15)-Erfolg fiel recht durchwachsen aus.
Ziel einer Vorbereitungsphase ist es freilich – unabhängig vom Ergebnis –, Formationen und Taktiken zu testen, neuen Spielern viel Gewöhnungszeit einzuräumen und auch Schwachstellen aufzudecken. Von den fünf bisherigen Formtests gegen den TV Cloppenburg, HSG Schwanewede/Neuenkirchen, TSG Hatten-Sandkrug und TuS Hoykenkamp war das Duell gegen den Fusionsklub aus den Bremer Stadtteilen Grambke und Oslebshausen das zweitschlechteste. "Wir haben uns nicht so belohnt, wie ich mir das vorstelle", bemängelt der HSG-Coach.
Ihm ging es nicht nur darum, dass es seine Mannschaft mit einer reellen Fehlerquote im Angriff verpasste, die Zahl der eigenen Treffer auf über 40 zu schrauben. Ihm waren auch die 31 Gegentore ein Dorn im Auge. "Ein Oberligist hätte uns da noch wesentlich stärker bestraft", hadert er mit der zum Teil fehlenden letzten Konsequenz in der Deckung.
Am meisten Probleme bekam sein Team mit der rechten Angriffsseite der Gäste, von der das Leder elfmal im Netz der beiden HSG-Torhüter Mike Krause und Silas Schumacher zappelte. Die Außenpositionen waren bereits im vorherigen Teil der Vorbereitungsphase die größte Schwachstelle in der Delmenhorster Verteidigung.
Auf die erste und zweite Welle, im Verbund mittlerweile noch schneller gespielt als in der Vorsaison, kann sich die HSG dagegen verlassen. "Die war grundsätzlich in Ordnung", fand Meißner.
Die Gastgeber verpassten es sowohl beim 23:17 als auch beim 26:21, weiter davonzuziehen. Nach dem 33:30 sorgten Marlin Hörner, Niklas Kowalzik und Malte Schwiderski, Letzterer als kurzer Test als siebter Feldspieler, wenigstens für einen einigermaßen standesgemäßen Endstand.
Jonas Meißner hat das Match als bislang einziges in der Saisonvorbereitung filmen lassen und kündigt eine intensive Auswertung an. Für ihn ist damit auch das Testen verschiedener Spielerkonstellationen weitgehend beendet. "Jeder hat genügend Zeit bekommen, sich zu zeigen. Jetzt bin ich einen Tick schlauer. Beim Engelbart-Cup werde ich meine favorisierten Formationen jetzt wesentlich länger spielen lassen", kündigt er an.
HSG Delmenhorst: Krause, Schumacher; Hörner (4), Markowski (2), Wolf, B. Schäfer (2), Stadtsholte, Heldt (5), Cuda (2), Tolck (4), Schwiderski (2), Kowalzik (1), Timmermann, N. Schäfer (6/4), Egan (4), Dallügge (1), Steffen (3)
Olaf Kowalzik