Über die Verpflegung der Polizeikräfte bei der Fußball-EM wird noch immer hitzig diskutiert. Die Kritik der Deutschen Polizeigewerkschaft an „mangelhaften Lunchpaketen“ hat ein großes Medienecho ausgelöst. Der CDU-Landes- und Fraktionsvorsitzende Manuel Hagel will sich selbst ein Bild davon machen und gleichzeitig seine „Wertschätzung für die Arbeit der Polizei“ unterstreichen. Mit einem Rollwagen voller kühler Getränke hat er am Samstag, unterstützt von der Deutschen Polizeigewerkschaft, seine Runde zu den Einsatzkräften rund um den Schlossplatz gemacht.
Die Beamten freuen sich und reden ganz offen darüber, was ihnen misshagt. „Da hatte man acht Jahre Zeit, um sich auf dieses Großereignis vorzubereiten“, sagt einer, „und ist dann doch so unbedarft bei der Organisation – vieles klappt nicht.“ Am Samstagmittag kamen für 40 Beamte einer Gruppe nur 16 Lunchpakete. Für einige Kollegen war nichts mehr da.
„Das ist pure Mathematik“, sagt Manuel Hagel und wundert sich. Auch wenn es mit der Verpflegung noch immer hapert, wie der Politiker erfährt, hat sich die Lage bei den sanitären Einrichtungen verbessert. Zusätzliche Dixiklos „nur für Einsatzkräfte“ wurden aufgestellt, wie auf den Türen der Kabinen steht. „Doch viele Fans können kein Deutsch und gehen rein“, berichtet ein Polizist.
Sehr friedlich blieb es am Samstag bis zum Abend, worüber sich die Beamten mit Manuel Hagel freuen. Ob der CDU-Landeschef nach der Messerstecherei mit seinen Söhnen noch auf den Schlossplatz gehen würde? „Aber natürlich“, antwortet Hagel. Das Deutschlandspiel aber wird er daheim mit der Familie anschauen. Einer der Söhne ist verletzt und trägt Gips. Sein Tipp fürs Spiel: „3:1 für Deutschland.“
Uwe Bogen