Letztes Update:
20240106092558

Bovenschulte macht sich in Borgfeld Bild von der Lage

09:25
06.01.2024
Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) macht sich am Sonnabend in Borgfeld ein Bild von der Hochwasserlage. "Im direkten Gespräch mit den Bürgern erhält man immer andere Informationen als im Lagezentrum" sagte Bovenschulte. In Borgfeld habe sich eine gewisse Entspannung eingestellt, mit einer Zuspitzung der Lage wie nach Weihnachten sei nicht zu rechnen. "Wir sind gut durch die Nacht gekommen. Wie es nun weitergeht, müssen wir sehen", ergänzte Michael Richartz, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Bremen.

Jan-Felix Jasch

NLWKN-Chefin: Lage an Deichen bei Frost genau beobachten

08:07
06.01.2024
Angesichts erwarteter, anhaltender Minusgrade in den kommenden Tagen rät die Direktorin des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), Anne Rickmeyer, die Lage an den Deichen genau zu beobachten. Denn es lasse sich nicht pauschal sagen, inwieweit sich Frost positiv oder negativ auf die Deichstabilität auswirke, sagte die Behördenchefin der Deutschen Presse-Agentur. „Hier ist immer der Einzelfall zu betrachten. Für die Aufrechterhaltung des Hochwasserschutzes müssen die Witterungsverhältnisse immer berücksichtigt werden und sind nur ein Baustein in der Gesamtbewertung der Lage.“

Nach der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) werden am Samstag tagsüber Höchstwerte um den Gefrierpunkt in Niedersachsen erwartet. In der Nacht zum Sonntag soll es mäßigen Frost bei minus vier bis minus sieben Grad geben. Für die folgenden Tagen erwarten die Meteorologen meist auch tagsüber leichten Dauerfrost.

Wie genau Frost auf Deiche wirke, hänge von verschiedenen Bedingungen ab, teilte der Landesbetrieb auf Anfrage mit. Wenn ein Deich etwa ohne Wasserwirkung Frost ausgesetzt sei, verfestige sich der Boden in einer bestimmten Tiefe - abhängig von den Temperaturen und der Dauer. „Dies kann bei einem dann eintretenden Wassereinstau positiv auf die Standsicherheit und Dichtigkeit wirken.“

Allerdings ist die Lage zurzeit vielerorts anders: Die Pegelstände sind teils noch immer hoch und Wassermassen drücken gegen Deiche. „Steht bereits vor der Frostperiode relativ warmes Wasser am Deich an, so wird der Bereich unter dem Wasserspiegel nicht gefrieren und dort keine positiven Effekte eintreten“, teilte der Landesbetrieb weiter mit. Oberhalb des Wassers aber werde die Erdoberfläche des Deiches gefrieren und verhindern, dass weiterer Niederschlag in den Erdkörper eindringt. „Das wäre dann positiv zu werten“, hieß es.

Jan-Felix Jasch

Soldaten im Hochwassereinsatz - Eis und Schnee erwartet

06:42
06.01.2024
Erstmals in der aktuellen Hochwasser-Lage sind Soldaten der Bundeswehr im Einsatz. Rund 200 Zeit- und Berufssoldaten helfen seit Freitag im Landkreis Mansfeld-Südharz im Süden Sachsen-Anhalts beim Befüllen und Verteilen von Sandsäcken, wie eine Sprecherin der Bundeswehr sagte. Ziel sei zunächst, einen Deichabschnitt in Sangerhausen zu stabilisieren. Dort drückt das Wasser seit Tagen gegen den Deich.

Wegen der angespannten Hochwasserlage in Niedersachsen sind Hubschrauber der Bundeswehr weiterhin in Bereitschaft, um Hilfe aus der Luft leisten zu können. Dabei geht es laut Landeskommando um insgesamt zehn Maschinen vom Heer, der Marine und Luftwaffe, die sich auf mehrere Standorte im Bundesland verteilen. Sollte ein Einsatz notwendig sein, könnten die Hubschrauber beispielsweise bei Evakuierungen und dem Transport von schweren Sandsäcken unterstützen.

In Bremen, wo zum Beispiel im Bereich der Wümme eine Warnung vor großem Hochwasser besteht, blieb die Lage in der Nacht zum Samstag laut Feuerwehr eher statisch. Es kam nicht zu entsprechenden Einsätzen. Dennoch könne man nicht von einer entspannten Situation reden, sagte ein Sprecher.

Jan-Felix Jasch