Nach Angaben des militärischen Arms der islamistischen Hamas im Gazastreifen sollen in den letzten 24 Stunden neun weitere Geiseln bei israelischen Luftangriffen getötet worden sein. Darunter sollen auch vier ausländische Staatsangehörige sein, behaupteten die Al-Kassam-Brigaden am Samstag in einer Stellungnahme. Unabhängig waren die Angaben nicht zu überprüfen. Vom israelischen Militär gab es zunächst keine Bestätigung.
Bereits am Freitag hatte die Hamas über 13 getötete Entführte durch israelische Luftschläge berichtet. Ein Sprecher des Militärs sagte, die Berichte würden geprüft.
Die Hamas, die von den USA, der EU und Israel als Terrororganisation eingestuft wird, hatte vor einer Woche im Grenzgebiet das schlimmste Blutbad unter Zivilisten seit der israelischen Staatsgründung angerichtet. Die Terroristen drangen am jüdischen Feiertag Simchat Tora (Freude der Tora) in israelische Orte ein und suchten in den Häusern nach Opfern. Dabei erschossen sie Männer, Frauen und Kinder. Die israelische Regierung geht davon aus, dass mehr als 150 Menschen in den Gazastreifen verschleppt wurden. Bei 120 Geiseln wurden die Familien laut Militär bereits informiert.
Mehr als 1300 Menschen wurden in Israel bislang durch die Angriffe getötet. Bei israelischen Gegenangriffen sind nach palästinensischen Angaben im Gazastreifen bisher mehr als 2200 Menschen ums Leben gekommen.