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Hamas: Neun weitere Geiseln bei israelischen Luftangriffen getötet

13:32
14.10.2023
Nach Angaben des militärischen Arms der islamistischen Hamas im Gazastreifen sollen in den letzten 24 Stunden neun weitere Geiseln bei israelischen Luftangriffen getötet worden sein. Darunter sollen auch vier ausländische Staatsangehörige sein, behaupteten die Al-Kassam-Brigaden am Samstag in einer Stellungnahme. Unabhängig waren die Angaben nicht zu überprüfen. Vom israelischen Militär gab es zunächst keine Bestätigung.

Bereits am Freitag hatte die Hamas über 13 getötete Entführte durch israelische Luftschläge berichtet. Ein Sprecher des Militärs sagte, die Berichte würden geprüft.

Die Hamas, die von den USA, der EU und Israel als Terrororganisation eingestuft wird, hatte vor einer Woche im Grenzgebiet das schlimmste Blutbad unter Zivilisten seit der israelischen Staatsgründung angerichtet. Die Terroristen drangen am jüdischen Feiertag Simchat Tora (Freude der Tora) in israelische Orte ein und suchten in den Häusern nach Opfern. Dabei erschossen sie Männer, Frauen und Kinder. Die israelische Regierung geht davon aus, dass mehr als 150 Menschen in den Gazastreifen verschleppt wurden. Bei 120 Geiseln wurden die Familien laut Militär bereits informiert.

Mehr als 1300 Menschen wurden in Israel bislang durch die Angriffe getötet. Bei israelischen Gegenangriffen sind nach palästinensischen Angaben im Gazastreifen bisher mehr als 2200 Menschen ums Leben gekommen.

dpa

2800 deutsche Staatsangehörige bei Israel-Ausreise unterstützt

12:50
14.10.2023
Das Auswärtigen Amt hat nach eigenen Angaben etwa 2800 Bundesbürger und Familienmitglieder bei der Ausreise aus Israel unterstützt. Die Menschen hätten das Land nach Beginn der Angriffe der islamistischen Hamas vor einer Woche zu Land, Luft und See verlassen, hieß es am Samstag aus dem Auswärtigen Amt. An diesem Sonntag gebe es eine Ausreisemöglichkeit mit Sonderflügen der Fluggesellschaft Condor aus der jordanischen Stadt Akaba, die direkt an der Südgrenze Israels liegt.

Die Lufthansa hatte ihre Sonderflüge aus Israel gestoppt. Hintergrund seien neben Sicherheitsfragen «auch ungelöste Fragen der operativen Stabilität in Tel Aviv», so die Airline. Israel bereitet offenbar eine Bodenoffensive im Gazastreifen vor.

Die neue Ausreiseoption über Jordanien ist bislang nur in sehr geringem Umfang abgerufen worden. Das Auswärtige Amt wollte Menschen, die sich dafür entschlossen haben, beim Bustransport nach Akaba helfen. Die Ausreisenden könnten schnell und unkompliziert online ein elektronisches Visum oder ein Visum bei der Ankunft erwerben.

Auch der Flughafen Tel Aviv sei weiter offen und werde von kommerziellen Fluggesellschaften angeflogen. Derzeit konzentriere man sich darauf, Ausreisewilligen weitere Ausreiseoptionen zu vermitteln.

AA: Momentan stark gesunkene Ausreisenachfrage

Die Ausreisen deutscher Staatsangehöriger hätten «für den Moment» zu stark gesunkener Nachfrage geführt. Auch die Eintragungen auf der Krisenvorsorgeliste des Ministeriums, dem Elefand-System, seien deutlich zurückgegangen. Die Erfassungen seien in den vergangenen 48 Stunden von etwa 5500 auf aktuell 3600 zurückgegangen. Die Zahlen würden derzeit konsolidiert, da sich viele Ausgereiste vermutlich nicht ausgetragen hätten.

Für Gaza wurden dort zirka 150 Menschen erfasst, für das Westjordanland etwa 320 Personen. Man sei in enger Abstimmung mit den israelischen und ägyptischen Behörden, um Ausreisemöglichkeiten aus Gaza zu erreichen.

«Bereiten uns auf alle Eventualitäten vor»

Das Außenministerium appellierte an ausreisewillige Deutsche, sich in Elefand einzutragen. Man halte zu allen kontinuierlichen Kontakt. Zudem bereite man sich «auf alle Eventualitäten vor, zum Beispiel für den Fall einer Verschärfung der Lage», hieß es.