Am Hamburger Hauptbahnhof ist es am Freitagabend zu vereinzelten Auseinandersetzungen zwischen pro-palästinensischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Die Polizei brachte mehrere Demonstranten zu Boden, wie ein dpa-Reporter beobachtete. Eine geplante Kundgebung unter dem Motto „Solidarität mit Rojava und Palästina“ am Hauptbahnhof war zuvor untersagt worden, doch hatte die Polizei angesichts eines Aufrufs in sozialen Netzwerken spontane Versammlungen nicht ausgeschlossen.
Nach dem beispiellosen Angriff der islamistischen Hamas auf Israel und der darauf folgenden Militäroperation des Landes im Gazastreifen hatte sich die Polizei am Freitag auf Proteste vorbereitet und auch jüdische Einrichtungen in der Stadt besonders geschützt.
Die Demonstranten am Hauptbahnhof schwenkten Palästinenserflaggen und skandierten: „Free, Free Palestine“, vereinzelt auch „Hoch die internationale Solidarität“. Die Beamten sperrten den Bereich ab, um zu verhindern, dass weitere Demonstranten sich dem Aufmarsch anschließen konnten. Die Polizei bot den Protestierenden später an, die Versammlung stattfinden zu lassen, sollte sich ein Versammlungsleiter melden - dies geschah jedoch nicht. Die Polizei sprach von etwa zwei Dutzend Demonstranten. An den Protesten waren vor allem junge Männer beteiligt, aber auch einige Frauen mit Kopftüchern.
Bereits am Nachmittag hatte die Polizei rund um den Bahnhof ihre Präsenz verstärkt. Dutzende Wagen von Landes- und Bundespolizei sowie Wasserwerfer und ein Räumpanzer standen bereit. Aber auch vor jüdischen Einrichtungen, etwa vor der Synagoge in Eimsbüttel oder vor einer jüdischen Schule im Grindelviertel standen jeweils mehrere Polizeiwagen zum Schutz, wie dpa-Reporter beobachteten.
dpa