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20231009112358

Zentralrat der Juden fordert nach Hamas-Angriff Konsequenzen

10:54
09.10.2023
Nach dem verheerenden Hamas-Angriff auf Israel mit Hunderten Toten fordert der Zentralrat der Juden Konsequenzen der deutschen Politik. «Die finanzielle Unterstützung der Palästinenser muss sofort beendet werden», erklärte der Präsident des Zentralrats, Josef Schuster, am Montag in Berlin. «Der palästinensische Terror, den wir sehen, wurde auch mit deutschen Steuermitteln finanziert.»

Alle Vereine, die mit den Organisationen Hamas oder Fatah verbunden seien oder sich mit ihnen solidarisierten, müssten überprüft und wenn nötig verboten werden, so Schuster. «Schlussendlich muss der Iran, der auch hinter diesem Terror steht, hart bestraft werden. Das Mullah-Regime muss konsequent politisch bekämpft werden.» Ein im Atomvertrag mit dem Iran verankerter «Rückfall auf die härtesten Sanktionen» müsse nun umgesetzt werden. «Der Iran gefährdet nicht nur Israel und Juden, sondern die gesamte freie Welt.»

Empört zeigte sich der Zentralrat über Bekundungen der Sympathie und der Unterstützung für das Vorgehen der islamistischen Hamas am Wochenende in Berlin-Neukölln. «Bei jedem, der das Morden durch die Hamas auf deutschen Straßen bejubelt und aus diesem Anlass Süßigkeiten verteilt, muss geprüft werden, welche Konsequenzen durch den Rechtsstaat gezogen werden», hieß es in einer Erklärung des Zentralrats. «Die muslimischen Verbände in Deutschland haben es leider versäumt, sich hierzu und zum Krieg in Israel klar zu positionieren.»

Die Gefährdung für jüdische Einrichtungen auch in Deutschland zeige, dass es den Terroristen nicht allein um Israel gehe, sondern dass jüdisches Leben überall von ihnen infrage gestellt werde, erklärte der Zentralrat weiter. «Dem entgegen stehen die zahlreichen Solidaritätsbekunden aus allen Teilen unserer Gesellschaft und das schnelle Handeln der Sicherheitsbehörden zum Schutz jüdischer Einrichtungen. So viele Menschen an der Seite Israels und der Juden in Deutschland zu wissen, hilft dabei, mit dieser Situation umzugehen.»

dpa

Entsetzen nach Blutbad der Hamas auf Musikfestival im Süden Israels

10:30
09.10.2023
Nach dem von der islamistischen Hamas bei einem Musikfestival in der israelischen Negev-Wüste angerichteten Blutbad suchen Angehörige immer noch verzweifelt nach Vermissten. «Ich weiß nicht, ob meine Tochter irgendwo blutend liegt, ich weiß nicht, ob man sie nach Gaza verschleppt hat, ich weiß nicht, ob sie leidet», sagt Ahuwa Maizel am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Das letzte Mal als sie mit ihrer Tochter sprach, sei am Samstagmorgen um kurz nach 7 Uhr gewesen. Ihre Tochter Adi habe angerufen und gesagt: «Hier ist ein Massaker, sie richten ein Massaker an, Hunderte Terroristen schießen um sich.» Dann sei die Verbindung abgebrochen.

Aufnahmen von Kameras an geparkten Autos zeigen die letzten Minuten von verletzten Festivalbesuchern, wie sie von Mitgliedern der von der EU, den USA und Israel eingestuften Terrororganisation Hamas erschossen werden. Nach Angaben des Rettungsdienst Zaka wurden allein auf dem Festivalgeländer 260 Menschen ermordet. Sanitäter berichteten von unvorstellbaren Szenen vor Ort. Israelischen Medien zufolge sollen zahlreiche Frauen vergewaltigt worden sein, bevor sie getötet oder verschleppt wurden.

Nach offiziellen Angaben wurden bei dem Großangriff der Hamas, der auch mehreren Orten im Grenzgebiet galt, mehr als 100 Zivilisten in den Gazastreifen entführt, unter ihnen Frauen, Babys, Kleinkinder, Großeltern. Es wird erwartet, dass die Zahl deutlich höher liegen könnte.

dpa