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Ministerium: Impfstoff wird «in nicht wenigen Fällen» vernichtet

14:57
10.04.2022
Das Bundesgesundheitsministerium geht davon aus, dass Corona-Impfstoff «in nicht wenigen Fällen» vernichtet wird. Das Ministerium begründete das gegenüber der «Welt» (online Sonntag/Print Montag) damit, dass die Impfstoffe weiterhin nur in Mehrdosenbehältnissen verfügbar sind, die bei Anbruch gemäß Zulassung nur wenige Stunden haltbar seien. «Bei der derzeitigen Geschwindigkeit der Impfkampagne ist nicht davon auszugehen, dass sich vor Ort in jedem Fall eine hinreichende Anzahl zu impfender Personen findet, um die in einem Mehrdosenbehältnis verfügbaren Impfdosen in Gänze aufzubrauchen», teilte das Ministerium mit. Weiter hieß es: «Ein Verwurf von Impfstoff dürfte in diesem Fall derzeit in nicht wenigen Fällen erfolgen.»

Laut Impfdashboard wurden an Impfzentren, Arztpraxen, Betriebsärzte und Apotheken rund 200 Millionen Impfdosen geliefert. 86,4 Prozent wurden bis zum 8. April verimpft. Die Impfkampagne hat in den vergangenen Wochen stark nachgelassen. Am Freitag waren ganze 38 000 Dosen verabreicht worden.

Auch Informationen zu Vernichtungen im zentralen Impfstofflager des Bundes lägen dem Bundesgesundheitsministerium vor, berichtet die «Welt». Gründe seien unter anderem «Bruch bei Kommissionierung, Beschädigungen beim Transport (z. B. Erschütterungen, Unfälle), Flüssigkeitsverluste und das erreichte Verfallsdatum».

Der Deutsche Hausärzteverband sprach sich dafür aus, Impfstoff «vorausschauend» an Drittländer mit aktuellem Bedarf abzugeben. «Aktuell sehen wir leider sehr wenig Nachfrage nach Impfterminen», sagt der Bundesvorsitzende Ulrich Weigeldt der «Welt». Es müsse deswegen alles dafür getan werden, «dass so wenig Impfstoff wie möglich abläuft und am Ende vernichtet werden muss», forderte er.

(dpa)

Corona-Inzidenz sinkt weiter

11:31
10.04.2022
Die jüngste Corona-Welle flacht weiter ab, die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz geht immer stärker zurück. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro
100 000 Einwohner und Woche am Sonntagmorgen mit 1097,9 an. Zum Vergleich: Am Vortag lag er bei 1141,8, am Freitag bei 1181,2. Vor einer Woche wurde noch eine Inzidenz von 1457,9 verzeichnet. Trotz des rückläufigen Trends werden einer Umfrage zufolge in vielen deutschen Krankenhäusern noch immer Operationen verschoben, wegen coronabedingter Personalausfälle und vieler Covid-Patienten.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 55 471 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von Sonntagmorgen 5.18 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es noch 74 053 Ansteckungen. Allerdings melden manche Bundesländer nicht an jedem Wochentag Daten. Das führt zu Nachmeldungen an Folgetagen und erschwert einen Vergleich von Tageswerten. Zudem gehen Experten von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus.

Bundesweit wurden den Angaben zufolge binnen 24 Stunden 36 Todesfälle verzeichnet - vor einer Woche waren es 42 gewesen. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 131 715. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 22 647 197 solche Infektionen. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen.

Trotz des nachlassenden Infektionsgeschehens würden in sechs von zehn deutschen Krankenhäusern immer noch Operationen verschoben, teilte der Verband leitender Krankenhausärzte (VLK) mit. «Die Pandemie ist noch nicht vorbei, und der zunehmende politische Streit gefährdet die Versorgungslage», sagte VLK-Präsident Michael Weber der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Samstag). Aus Sicht der Kliniken seien an vielen Stellen die Hotspot-Kriterien erfüllt, so dass Eindämmungsmaßnahmen verhängt werden müssten.

Der VLK befragte der Zeitung zufolge bundesweit seine Mitglieder. In der Umfrage gaben demnach 20 Prozent der leitenden Krankenhausärzte an, dass die Notfallversorgung gefährdet sei. Gut zehn Prozent der Betten auf Allgemein- und Intensivstationen seien weiter von Patienten mit einer Corona-Infektion belegt.

(dpa)

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