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Experten befürchten ohne Impfpflicht im Herbst neue Beschränkungen

02:13
08.04.2022
Mediziner befürchten nach dem Scheitern einer allgemeinen Corona-Impfpflicht nun wieder eine Zuspitzung der Pandemie im Herbst - bis hin zu neuen Lockdowns.

«Fakt ist, dass wir im Herbst wieder mit steigenden Infektionszahlen rechnen müssen», sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, der «Augsburger Allgemeinen» (Freitag). «Darauf muss sich die Politik bereits heute vorbereiten, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden.»

Der Generalsekretär der Deutschen Immunologischen Gesellschaft, Carsten Watzl, erklärte in der Zeitung: «Das Schlimmste, was passieren konnte, war gar keine Einigung.» Überlegungen für einen neuen Anlauf für eine Impfpflicht kämen zu spät. «Eine Impfpflicht, die erst im Herbst beschlossen würde, hätte kaum einen akuten Effekt auf die dann anstehende Welle, und man müsste wieder mit anderen Maßnahmen gegensteuern.» Zuvor hatten sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und sein bayerischer Kollege Klaus Holetschek (CSU) dafür ausgesprochen, einen neuen Anlauf zu nehmen.

Der Vorsitzende des Weltärztebunds, Frank Ulrich Montgomery, konstatierte im selben Blatt: «Deutschland wird schlecht aufgestellt sein für den nächsten Herbst.» Wenn sich nicht noch viele Menschen impfen ließen, «werden wir im nächsten Herbst und Winter wieder über Lockdown und Kontaktbegrenzungen reden und streiten».

Allerdings sind die Impfungen zum Erliegen gekommen. Im Wochendurchschnitt sind es täglich gut 36 000 - zu Beginn der Kampagne waren es teils über eine Million gewesen.

dpa

Wüst mahnt verlässliche Pandemiepolitik an

22:02
07.04.2022
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat eine verlässliche Corona-Pandemiepolitik der Bundesregierung angemahnt.

Ein «Hin und Her» wie bei der Isolation für Corona-Infizierte dürfe es nicht noch einmal geben, sagte der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) am Donnerstag nach den Bund-Länder-Gesprächen in Berlin.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) habe selbst eingeräumt, dass das Hin und Her der letzten Tage suboptimal gewesen sei. «Verlässlichkeit und verantwortungsvolles Handeln, ein klarer Kurs ist in der Pandemiepolitik nach wie vor wichtig», betonte Wüst.

Zuvor war Lauterbach bei der Corona-Isolation zurückgerudert. Die zunächst zum 1. Mai geplante nur noch freiwillige Isolation von Corona-Infizierten soll es nun doch nicht geben.

Zum Scheitern der Einführung einer allgemeinen Corona-Impfpflicht in Deutschland sagte Wüst, die Länder respektierten die Entscheidung des Bundestags. Die Bundesländer und auch er hätten es aber gern anders gehabt, sagte Wüst. Nun müsse auf anderem Weg dafür gesorgt werden, dass die Impflücke geschlossen werde. Wüst zeigte sich skeptisch, ob der Bundestag noch einen zweiten Anlauf für eine Impfpflicht nehme. Er glaube, dass das nicht passiert, sagte der CDU-Politiker.

Zugleich warnte Wüst: «Wir dürfen nicht wieder in eine Endlosschleife von Lockdowns und Lockerungen kommen.» Insofern sei Impfen nach wie vor das beste Mittel. Schon jetzt müsse man sich auf den Herbst und Winter vorbereiten.

Nach einer scharfen Aussprache im Bundestag war ein Kompromissentwurf für eine Impfpflicht zunächst ab 60 Jahren am Donnerstag klar durchgefallen. Wüst hatte sich für eine Impfpflicht stark gemacht.

dpa

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