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Samstag, 2. April

Zurück zur Normalität: Masken und 3G-Regeln fallen fast überall

16:40
02.04.2022
Nach über zwei Jahren Corona-Pandemie fallen an diesem Sonntag nahezu alle Schutzmaßnahmen weg. Maskenpflicht und Zugangsregeln wie 3G sind dann fast überall passé. Nur in Bussen und Bahnen, Pflegeheimen und Krankenhäusern muss noch Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Dagegen kehrt auch in Schulen wieder Normalität ein. Was in Büros und Betrieben gilt, entscheiden die Arbeitgeber.

Obwohl sich die Landesregierung aus Grünen und CDU lange gegen die weitgehenden Lockerungen gewehrt hat, setzt sie nun mit ihrer neuen Corona-Verordnung die Vorschriften des Bundes um. Die Ampel in Berlin hatte vor allem auf Betreiben der FDP das Infektionsschutzgesetz so geändert, dass kaum noch Auflagen möglich sind. Hintergrund ist, dass die Omikron-Variante milder ausfällt und die Krankenhäuser nicht mehr so stark durch Covid-Patienten belastet sind.

Schon vor zwei Wochen waren Kontaktbeschränkungen für private Treffen und die Kapazitätsgrenzen für öffentliche Veranstaltungen ad acta gelegt worden. Nun fallen nach einer Übergangsfrist die meisten anderen Auflagen auch noch weg. In der vergangenen Woche war die Zahl der neuen Ansteckungen deutlich gesunken, die 7-Tage-Inzidenz fiel von fast 1870 auf etwa 1520.

dpa

Lauterbach rät zum Maskentragen - Minister glaubt an Impfpflicht

13:09
02.04.2022
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach empfiehlt trotz des Wegfalls der meisten Corona-Beschränkungen weiter Masken in Innenräumen zu tragen.

Er werde dies etwa beim Einkaufen tun, «das rate ich auch jedem Bürger», sagte der SPD-Politiker im «Interview der Woche» des Deutschlandfunks. «Das Risiko, sich zu infizieren, ist selten höher gewesen als jetzt», machte der Minister deutlich. Aus medizinischer und epidemiologischer Sicht hätte er eine Maskenpflicht und andere Schutzregeln für richtig gehalten, rechtlich sei es deutschlandweit aber nicht mehr möglich gewesen.

Nach dem geänderten Infektionsschutzgesetz fallen am Sonntag in weiten Teilen Deutschlands die meisten staatlichen Auflagen weg. Angeordnet werden können in fast allen Bundesländern nur noch wenige allgemeine Vorgaben zu Masken etwa in Praxen, Pflegeheimen, Kliniken, Bussen und Bahnen sowie zu Tests etwa in Schulen. Weitergehende Auflagen gelten nur noch in Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg. Beide Länder nutzen als vorerst einzige die sogenannte Hotspot-Regel. Sie erlaubt zusätzliche Vorgaben, wenn das Landesparlament eine regional drohende kritische Lage für die Kliniken feststellt. Unabhängig von staatlichen Regeln können Firmen, Geschäfte und andere Einrichtungen nach Hausrecht weiterhin Vorgaben wie Maskenpflichten beibehalten.

Lauterbach erwartet weiter sinkende Fallzahlen bei den Corona-Neuinfektionen, insbesondere nach Ostern. Dennoch gebe es 200 bis 300 Menschen, die täglich im Zusammenhang mit Corona sterben. «Das ist nicht akzeptabel. Das ist ein Flugzeugabsturz jeden Tag», sagte der Minister.

Lauterbach setzt zudem darauf, dass es eine allgemeine Impfpflicht geben wird. «Ich glaube, wir werden am Donnerstag einen Antrag zur allgemeinen Impfpflicht durchbringen», sagte der Minister mit Blick auf die fraktionsoffenen Entscheidung im Bundestag. Auf dem Tisch liegen etwa Anträge über eine allgemeine Impfpflicht ab 18 und ab 50 Jahren. Lauterbach verwies auf die weiter laufenden Verhandlungen und sagte, sollte es einen Antrag geben, der das Beste aus beiden vereint, wäre das ein Erfolg. «Es wird bis zur letzten Stunde darum gerungen», sagte der SPD-Politiker.

dpa

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