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Schülerinnen und Schüler bei Vergleichstests besser als vor Corona

13:28
28.04.2022
Trotz Corona haben Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg bei jüngsten Vergleichsarbeiten (VERA) zum Teil stärkere Leistungen gezeigt als vor der Pandemie. Allerdings hatten die Kinder und Jugendlichen auch ein halbes Jahr mehr Lernzeit als sonst, teilte das Institut für Bildungsanalysen Baden-Württemberg in den Landesergebnissen mit.

Normalerweise finden die Tests nämlich im zweiten Halbjahr der dritten und achten Klasse statt - wegen der Pandemie wurden die Arbeiten laut Institut auf den Beginn der vierten sowie neunten Klasse verschoben. Wie groß die Lernrückstände durch die Pandemie seien, könne man nicht einschätzen. Zunächst hatten die «Stuttgarter Nachrichten» und die «Stuttgarter Zeitung» darüber berichtet.

Die VERA in den Fächern Deutsch, Mathematik sowie der ersten Fremdsprache sollen nach Angaben des Instituts zeigen, inwieweit die Schülerinnen und Schüler die Bildungsstandards schon erreichen.

Wie aus den Landesergebnissen hervorgeht, gehen die Leistungen bei den Schülerinnen und Schüler weit auseinander. Kinder und Jugendliche, die zu Hause Deutsch sprechen, schnitten besser ab als andere Schülerinnen und Schüler. Je mehr Bücher es zu Hause gibt, desto besser waren in der Regel die Ergebnisse der Schülerinnen und Schüler. Bei den Vergleichsarbeiten in der neunten Klasse waren die Mädchen in den Fächern Deutsch und Englisch besser als die Jungen. Die Jungen wiederum schnitten in Mathe etwas besser ab.

«Die Ergebnisse sind gar nicht so schlecht», sagte der Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Matthias Schneider. Vor allem im zweiten Corona-Jahr habe der Digital- und Fernunterricht deutlich besser funktioniert. Die Gruppe mit unterdurchschnittlichen Leistungen sei aber relativ groß. Der Fokus müsse vor allem auf diese Schüler gerichtet werden. «Das ist ein wichtiger Hinweis für die Bildungspolitik.»

Der Bildungserfolg ist nach Angaben Schneiders vor allem abhängig von der Unterstützung des Elternhauses. Die unterschiedlichen Leistungsniveaus der Schülerinnen und Schüler seien eine große Herausforderung - vor allem an den Realschulen, sagte Schneider.

(dpa)

Studie: Übertragungsrisiko bei Corona hängt auch von Blutgruppe ab

13:22
28.04.2022
Die Blutgruppe hat nach wissenschaftlichen Erkenntnissen einen gewissen Einfluss auf das individuelle Corona-Infektionsrisiko. Studiendaten deuten nun auch auf eine wichtige Rolle der Blutgruppe bereits bei der Corona-Übertragung hin. So fand ein Forscherteam um Rachida Boukhari und Adrien Breiman von der Universität Nantes heraus, dass ein infizierter Mensch wesentlich häufiger eine andere Person im selben Haushalt ansteckt, wenn die Blutgruppen der beiden kompatibel sind. Die Erkenntnisse aus der französischen Studie wurden im Fachblatt «Frontiers in Microbiology» veröffentlicht.

Den Daten liegen die Befragungen coronainfizierter Klinikmitarbeiter und derer im gemeinsamen Haushalt lebender Partner zugrunde. Die Infektionen fanden demnach von Januar 2020 bis Mai 2021 statt. Die Forscher erfassten die Blutgruppen der Menschen, wobei die jeweilige Häufigkeit der Zugehörigkeit in der Stichprobe etwa der in der französischen Gesamtbevölkerung entsprochen habe, hieß es. Insgesamt konnten die Forscher so bei 333 Paaren die Weitergabe des Virus in Abhängigkeit von der Blutgruppe ermitteln.

Das Ergebnis: Waren die Blutgruppen miteinander verträglich, also beispielsweise, wenn der Erstinfizierte die Blutgruppe 0 hatte und der Empfänger A, B oder AB, kam es in 47,2 Prozent der Fälle zu einer Ansteckung. Im umgekehrten Fall, wenn der Infizierte eine Blutgruppe hatte, die der Partner bei einer Blutspende nicht verträgt, kam es nur zu 27,9 Prozent zu einer Ansteckung. Konkret bedeutete dies ein um 41 Prozent geringeres Ansteckungsrisiko, wenn die Blutgruppen nicht zueinander passten.

Bezogen auf die einzelnen Blutgruppen bestätigten die Studienergebnisse im Umkehrschluss bisherige, mehrfach empirisch gewonnene Erkenntnisse, nach denen ein Mensch mit der Blutgruppe 0 das geringste Risiko für eine Infektion mit dem Coronavirus hat, so die Forscher. Blutgruppe 0 beim Empfänger ist schließlich nur mit der eigenen kompatibel. Wenn ein Mensch aber infiziert sei, könne er das Virus besonders leicht an Menschen verschiedener Blutgruppen weitergeben.

Insgesamt könnten die Beobachtungen erklären, warum Menschen mit der Blutgruppe Null besser gegen Corona geschützt seien als Menschen der Blutgruppe A und B, schreiben die Studienautoren. Der Schutz basiere offenbar auf den Häufigkeiten von Antikörpern, die gegen die A- und B-Antigene gerichtet sind.

«Da die Blutgruppe A häufiger vorkommt als die Blutgruppen B und AB, treffen Personen der Blutgruppe A in einer Bevölkerung westeuropäischer Herkunft seltener auf inkompatible Infizierte.» Die Datenanalyse erkläre wahrscheinlich, warum nach bisheriger Kenntnis Menschen der Blutgruppe A ein höheres Risiko und Personen der Blutgruppe 0 ein geringeres Risiko für Covid-19 als der Durchschnitt der Bevölkerung hätten.

(dpa)

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