Knapp eine Woche vor der Parlamentswahl im EU-Land Slowenien hat sich der Spitzenkandidat der oppositionellen Freiheitsbewegung, Robert Golob, mit dem Coronavirus infiziert. Dies ergab ein Selbsttest, wie der liberale Politiker am Montagabend auf seiner Facebook-Seite mitteilte. Er habe lediglich Erkältungssymptome und verbleibe vorerst in häuslicher Isolation, fügte er hinzu.
Bei der Wahl am kommenden Sonntag geht es darum, ob der seit 2020 regierende rechtsnationale Ministerpräsident Janez Jansa an der Macht bleibt. In letzten Meinungsumfragen lagen die SDS-Partei von Jansa und die Freiheitsbewegung Kopf an Kopf. Die beiden Gruppierungen dürften auf jeweils 20 bis 25 Prozent der Stimmen kommen.
Kritisch könnte es aber für Jansa deshalb werden, weil ihm unter den kleineren Parteien nur wenige Bündnispartner für eine Koalitionsregierung zur Verfügung stehen. Golob, der mit seiner neuen Bewegung praktisch aus dem Stand antritt, hat hingegen gute Chancen, die wichtigsten Mitte-Links-Parteien für eine Koalition zu gewinnen.
Jansa war im März 2020 Ministerpräsident geworden, nachdem die damalige Mitte-Links-Koalition zerfallen war und einige ihrer Abgeordneten zu seinem Lager übergelaufen sind. Er hat schon von 2004 bis 2008 und von 2012 bis 2013 regiert.
Jansa wurde wiederholt dafür kritisiert, die Medien und die Justiz unter seine Kontrolle bringen zu wollen. Er ist ein enger Verbündeter des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban. Von Orban abhängige Geschäftsleute finanzieren seit mehreren Jahren die Medien von Jansas SDS-Partei.