Letztes Update:
20220304073640

Umfrage: Frauen sehen Anstieg von Gewalt gegen sich wegen Pandemie

06:16
04.03.2022
Fast vier von fünf Frauen in der EU (77 Prozent) gehen davon aus, dass es während der Corona-Pandemie zu mehr körperlicher oder seelischer Gewalt gegen sie gekommen ist.

Dabei ist der Wert in Griechenland mit rund 93 Prozent am höchsten und in Ungarn mit weniger als 50 Prozent am niedrigsten, wie am Freitag aus einer repräsentativen Eurobarometer-Umfrage des EU-Parlaments hervorging. Deutschland liegt mit einem Wert von 80 Prozent im Mittelfeld.

Auf die Frage, welche Formen von Gewalt Frauen aus ihrem Umfeld seit Pandemiebeginn widerfahren sei, gaben 14 Prozent häusliche Gewalt oder Missbrauch, 16 Prozent Online-Belästigung, ebenso viele Belästigung auf der Straße und 11 Prozent Belästigung am Arbeitsplatz an. Vor allem in Irland, Griechenland, Kroatien, Zypern, Luxemburg und Rumänien waren die Werte für häusliche Gewalt und Missbrauch mit jeweils mehr als 20 Prozent überdurchschnittlich hoch. Für Deutschland wird in diesem Zusammenhang ein Wert von elf Prozent angegeben.

Knapp 60 Prozent der befragten Frauen sehen es als Schlüsselinstrument gegen körperliche und emotionale Gewalt, dass es einfacher sein sollte, Gewalt zu melden - auch bei der Polizei. Zwei von fünf Frauen sprechen sich in diesem Zusammenhang dafür aus, Polizei- und Justizmitarbeitende besser zu schulen.

(dpa)

Experte lobt Datenschutz bei Impfpflicht im Gesundheitswesen

04:07
04.03.2022
Die geplante Impfpflicht für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitswesens ist aus Sicht des Landesbeauftragten für den Datenschutz nicht zu beanstanden.

«Am Datenschutz scheitert das Projekt nicht», sagte Stefan Brink der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Das nach technischen Standards funktionierende elektronische Meldeportal für nicht gegen Corona geimpfte Mitarbeiter sei eine gute Voraussetzung für das Gelingen des Verfahrens, auch wenn Daten mehrere Jahre dokumentiert werden müssten.

Die Daten würden verschlüsselt und «hackersicher» abgelegt. Er sei überdies von Anfang an in das Vorhaben einbezogen worden und werde weiter beobachten, ob die Vorschriften eingehalten würden.

Ab dem 15. März müssen Arbeitgeber wie Kliniken und Pflegeheime die Daten ihrer nicht geimpften Mitarbeiter an die Gesundheitsämter weitergeben. Bei fortgesetzter Weigerung, sich immunisieren zu lassen, droht ihnen ein Betretungsverbot für ihren Arbeitsplatz.

Auch die SPD-Landtagsfraktion steht hinter dem Schritt, der die Impfquoten des Personals in Kliniken und Pflegeheimen zum Schutz vulnerabler Gruppen erhöhen soll. «Probleme mit dem Datenschutz können wir bei der Bereichsimpfpflicht nicht erkennen - erst recht nicht in den Berufsgruppen, für welche sie nun in Kraft treten soll», sagte der SPD-Datenschutzexperte Jonas Weber. In einigen Gesundheitsberufen seien auch schon bisher Impfungen üblich - zum Beispiel gegen Hepatitis A und B, Masern, Mumps und Keuchhusten.

Bei der Einführung eines Impfregisters, wie es Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) befürwortet, hat der oberste Datenschützer Brink Bedenken. «Da kommt es auf die Ziele an: Wenn dieses für die Kommunikation mit geimpften Menschen etwa über Nebenwirkungen von Vakzinen genutzt wird, habe ich nichts dagegen, wenn die Daten aber im Rahmen einer allgemeinen Impflicht dazu dienen, Ungeimpfte mit Bußgeldern zu bestrafen, lehne ich das ab.»

Er sei aber offen für ein Pilotprojekt mit dem Gesundheitsministerium. Dabei müsse geklärt werden, wer welche Daten einstelle und wer Zugriffsrechte habe. So ein «Trockenlauf» ermögliche es, im Fall einer allgemeinen Impfpflicht schnell die erforderlichen Strukturen zu organisieren. So ein Modellversuch stehe aber derzeit nicht oben auf der Prioritätenliste der Landesregierung.

Anfang Februar hatte das Gesundheitsministerium allerdings mitgeteilt, mit Blick auf die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht erproben zu wollen, wie ein Impfregister aufgebaut werden könnte. Es liefen erste Gespräche für ein Modellprojekt.

Von der FDP im Landtag kam grünes Licht für neue Ansätze im stark reglementierten Umgang mit heiklen Gesundheitsdaten. «Wir begrüßen Möglichkeiten, die Nutzung medizinischer Daten mit dem Datenschutz zu vereinbaren und so zusätzliche Handlungsspielräume zu gewinnen, dazu könnte grundsätzlich auch ein Impfregister gehören«, sagte der FDP-Datenschutzexperte Nico Weinmann.

Er mahnte aber eine gewissenhafte Prüfung an. «Ein Impfregister ins Blaue hinein angehen zu wollen, wie es die Landesregierung offenbar gerne hätte, ist daher völlig verantwortungslos.» Er warnte vor einer rechtswidrigen Lösung, die von den Gerichten kassiert werden könnte.

Die SPD hält ein Impfregister für sinnvoll, vor allem, um eine allgemeine Impfpflicht zu begleiten.

(dpa)

Wir setzen Embeds, also Einbettungen von Drittanbietern ein. Dieser fremde Inhalt wird nicht ohne Ihre Zustimmung (Art. 6 Abs. 1 S. 1 lit. a) DSGVO) geladen. Nur, wenn Sie die Embeds mit einem Klick auf „Externe Inhalte nachladen“ aktivieren, werden die Elemente der Drittanbieter geladen. Erst dann werden vom Drittanbieter ggf. Cookies gesetzt und über Ihren Browser Daten an den jeweiligen Anbieter übertragen. Einige solcher Inhalte stammen auch von sozialen Netzwerken oder anderen Unternehmen aus den USA, durch deren Einbettung Daten (z.B. Ihre IP-Adresse, Browserinformation, Cookie-ID, Pixel-ID, aufgerufene Seite, Datum und Zeit des Aufrufs) auch in die USA übertragen werden können.
Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Inhalt laden