Inmitten zunehmender Spannungen mit dem Westen
wirft Russland den USA vor, kluge Köpfe zu sich ins Land zu locken. Der US-Botschaft in Moskau sei im Zusammenhang mit
"ziemlich inakzeptablen Praktiken" bei der Abwerbung von Arbeitskräften und Studenten eine Protestnote überreicht worden, sagte Russlands Vize-Außenminister Sergej Rjabkow der Agentur
Interfax zufolge. Er beschuldigte die US-Botschaft,
soziale Netzwerke zum Anlocken von Russen zu missbrauchen. Die Botschaft hatte etwa Ende Januar auf Twitter einen Bewerbungsaufruf an russische Akademiker für Sommerschulen in den Vereinigten Staaten veröffentlicht.
Infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sowie daraufhin verhängter westlicher Sanktionen
kämpft Russland zunehmend mit der Abwanderung auch von Intellektuellen. Regelrecht ausgeblutet wurde das Land durch eine Teilmobilmachung für den Krieg in der Ukraine im vergangenen September, als Hunderttausende das Land verließen. Noch immer packen viele Russen ihre Koffer, weil sie in ihrer Heimat
keine Zukunftsperspektive mehr sehen. Von dem so genannten Brain-Drain besonders betroffen ist unter anderem
Russlands IT-Branche.