Der Kreml wirft Polen eine irreführende Informationspolitik zum Raketeneinschlag vor. Die polnische Führung habe jede Möglichkeit gehabt, sofort zu sagen, dass es um Teile eines Flugabwehrsystems S-300 geht, sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow. "Dann hätten alle Experten sofort verstanden, dass es keine Rakete sein kann, die etwas mit den russischen Streitkräften zu tun hat", wird Peskow in russischen Nachrichtenagenturen zitiert. Das polnische Außenministerium hatte gestern Abend von einer "Rakete aus russischer Produktion" gesprochen. Das zu sowjetischen Zeiten entwickelte Flugabwehrsystem S-300 ist aber auch in der Ukraine im Einsatz.
Die Besorgnis im Westen wegen des Vorfalls nennt Peskow "eine weitere hysterische, zügellos russophobe Reaktion". Der Kremlsprecher nimmt allerdings die USA aus: Deren Reaktion sei zurückhaltender und professioneller gewesen als in Polen und anderen Ländern.