Der Marion-Dönhoff-Preis für internationale Verständigung und Versöhnung geht in diesem Jahr an die Mitgründerin der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial, Irina Scherbakowa. Die 73-jährige Historikerin wirke seit Jahrzehnten an der Aufklärung der Verbrechen des Stalinismus mit, teilt die "Zeit"-Verlagsgruppe mit. "Wir verleihen Irina Scherbakowa diesen Preis, um ihren herausragenden Beitrag zur historischen Selbstaufklärung ihres Landes und ihren mutigen Kampf für die Menschenrechte zu würdigen", so die Jury. Die Laudatio am 4. Dezember werde Bundeskanzler Olaf Scholz halten. Scherbakowa soll den Preis persönlich entgegennehmen.
Memorial war erst in der vergangenen Woche gemeinsam mit Menschenrechtlern aus Belarus und der Ukraine der Friedensnobelpreis zuerkannt worden. 2021 hatte das Oberste Gericht die Organisation in Russland verboten.