Kurz vor dem geplanten Eintreffen der Experten der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) im ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja sind in der nahegelegenen Kleinstadt Enerhodar erneut Kämpfe ausgebrochen. Ukrainer und Russen geben sich gegenseitig die Schuld. "Seit fünf Uhr morgens ist Beschuss aus Granatwerfern zu hören", schreibt der geflohene ukrainische Bürgermeister von Enerhodar, Dmytro Orlow, bei Telegram. Mehrere zivile Objekte seien getroffen worden, es gebe auch Tote. Auch die abgestimmte Route, die die Expertenkommission von Saporischschja in das 120 Kilometer entfernte AKW nehmen soll, sei unter Beschuss, berichtet der Gouverneur des Gebiets, Olexandr Staruch, auf Twitter.
Der Vertreter der russischen Besatzer, Wladimir Rogow, teilt dagegen auf Telegram mit, Enerhodar werde seit dem frühen Morgen von ukrainischer Artillerie beschossen. Das russische Verteidigungsministerium meldet, ein versuchter Angriff ukrainischer Truppen auf das AKW sei abgewehrt worden.