Letztes Update:
20220604020346

17:12
03.06.2022
Der russische Angriffskrieg in der Ukraine muss nach Ansicht von Klimaaktivistin Luisa Neubauer der Wendepunkt beim Einsatz fossiler Energieträger wie Kohle, Öl und Gas sein. "Umso mehr fossile Energien wir aus dem Boden holen, desto mächtiger machen wir Autokraten und schwächer die Demokratien. Erst dadurch machen wir es Putin und Co. möglich, mit ihren Exporten überall Demokratien zu erpressen", sagt die 26-Jährige am Rande eines großen Klimaprotests in Stockholm der Deutschen Presse-Agentur.
"Der 100. Tag des Angriffskriegs muss ein Wendepunkt in der Energiepolitik sein", sagt Neubauer. "Die eskalierende Klimakrise und das humanitäre Leid in der Ukraine lassen keinen Spielraum für weitere leere Versprechen und Verzögerung. Unsere Antwort auf Krieg und Klimakrise müssen ein volles Embargo und eine Erneuerbaren-Revolution sein." Die Zeitenwende, von der Bundeskanzler Olaf Scholz gesprochen habe, sei in der Energiepolitik bisher ein fossiler Rückschritt gewesen, sagt die Aktivistin der Klimabewegung Fridays for Future weiter.

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17:03
03.06.2022
Nach der russischen Einnahme der Hafenstadt Mariupol im Südosten der Ukraine hat der vertriebene Bürgermeister Wadym Boitschenko der Führung in Moskau eine Geiselnahme der dort verbliebenen Menschen vorgeworfen. Es seien noch etwa 100.000 Einwohner in Mariupol. "Sie werden dort festgehalten von den russischen Truppen und praktisch als menschliche Schutzschilde benutzt", sagte Boitschenko in Kiew. Die Einwohner könnten nicht auf von der Ukraine kontrolliertes Gebiet fliehen. Vielmehr wollten die Russen die Zivilisten in der Stadt behalten, um der Ukraine eine Befreiungsoffensive zu erschweren.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte gesagt, dass Kiew auf die Lieferung von Waffen aus dem Westen warte, um ihre Gebiete zu befreien. Dabei solle aber nicht das Leben vieler Menschen gefährdet werden. Bürgermeister Boitschenko sagte, dass Mariupol nicht aufgegeben werde, obwohl die Stadt zu 95 Prozent zerstört sei.

Russland sei ein "Terrorstaat", der in der einst von fast 500.000 Menschen bewohnten Stadt Verbliebene zwinge, russische Pässe anzunehmen – "Lappen der Schande". Boitschenko sagte auch, dass bei den Kämpfen um Mariupol mehr als 20.000 Menschen getötet worden seien. "Das sind doppelt so viele wie im Zweiten Weltkrieg unter der deutschen Besatzung. Es ist das größte Blutvergießen in der Geschichte Mariupols", sagte er. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.


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