Letztes Update:
20220531020452

13:04
30.05.2022
Russland, das seit Wochen ukrainische Agrarexporte übers Meer blockiert, hat nun aus dem besetzten Schwarzmeergebiet Cherson Getreide ins eigene Land gebracht. Der Export der letztjährigen Ernte nach Russland habe begonnen, sagte der Vizechef der prorussischen Militärverwaltung von Cherson, Kirill Stremoussow, der staatlichen Nachrichtenagentur Tass. Laut Stremoussow geht es darum, Platz in den Speichern für die neue Ernte zu schaffen. Daher sei ein Teil der Getreidevorräte nach Russland verkauft worden. Er machte keine Angaben darüber, zu welchen Bedingungen die Bauern ihre Ernte nach Russland abgegeben haben.
Kiew warf Moskau erneut vor, Getreidevorräte aus den besetzten Gebieten zu stehlen. Fast 500.000 Tonnen Getreide hätten russische Truppen illegal aus Charkiw, Cherson, Saporischschja, Luhansk und Donezk exportiert, wie der stellvertretende ukrainische Agrarminister, Taras Vysotskyi, sagte.

12:39
30.05.2022
EU-Ratspräsident Charles Michel strebt beim Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs in Brüssel eine Einigung im Streit über das geplante europäische Öl-Embargo gegen Russland an. Mit dem jüngsten Entwurf für die Abschlusserklärung der heute Nachmittag beginnenden Beratungen schlägt er vor, sich auf den aktuellen Kompromissvorschlag der EU-Kommission zu verständigen. Dieser sieht vor, vorerst nur die Einfuhr von per Schiff transportiertem Öl auslaufen zu lassen. Das bislang die Embargo-Pläne blockierende Ungarn könnte sich demnach weiterhin über die riesige Druschba-Pipeline mit Öl aus Russland versorgen.

Der Europäische Rat ist sich einig, dass das sechste Paket mit Sanktionen gegen Russland Erdöl sowie Erdölerzeugnisse, die aus Russland in die Mitgliedstaaten geliefert werden, abdecken wird - mit einer vorübergehenden Ausnahme für Erdöl, das per Pipeline geliefert wird. 12:39
30.05.2022
Aus dem Entwurf für die Gipfelerklärung - der Text wurde am Morgen an die Mitgliedstaaten verschickt und liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

12:19
30.05.2022
Der äthiopische Menschenrechtsrat (EHRCO) fordert angesichts von Massenfestnahmen und Einschränkungen der Pressefreiheit in dem ostafrikanischen Land mehr Aufmerksamkeit für den andauernden Konflikt in der Region Tigray. "Der Krieg dauert an und ist noch lange nicht vorbei", sagte Dan Yirga Haile, der geschäftsführende Direktor von EHRCO, in Berlin. Dass es gerade jetzt zu Massenverhaftungen komme - allein am Sonntag wurden in der südäthiopischen Region Amhara mehr als 1000 Menschen festgenommen -, führte er auch auf die nachlassende internationale Aufmerksamkeit für den Tigray-Konflikt zurück. "Die Aufmerksamkeit ist weggerückt zur Ukraine. Aber die übrigen Regionen der Welt dürfen darüber nicht in Vergessenheit geraten."
EHRCO ist die älteste Menschenrechtsorganisation Äthiopiens. Sie sollte am Montagabend mit dem auf 10.000 Euro dotierten Menschenrechtspreis von Amnesty International ausgezeichnet werden.

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