An der Südwestflanke der Ukraine spitzt sich die Lage durch
rätselhafte Anschläge in der moldauischen Separatistenregion Transnistrien zu. In dem schmalen, von vielen Russen bewohnten Landstreifen am Fluss Dnister wurde seit Montag das
Gebäude der regionalen Staatssicherheit beschossen,
zwei Rundfunksendemasten wurden
gesprengt. Explosionen gab es angeblich auch in einer Kaserne nahe dem Militärflugplatz von Tiraspol. Der Präsident Transnistriens, Wadim Krasnoselski, sprach von Terroranschlägen. Verletzt wurde den Angaben nach niemand.
Die Ukraine und Russland werfen einander vor, mit solchen Provokationen den Krieg ausweiten zu wollen. Die Präsidentin der Republik Moldau, Maia Sandu, deutete die Unruhe als
Ausdruck innerer Konflikte in dem seit 1992 abgespaltenen Separatistengebiet. "Wir sind daran interessiert, dass an den Ufern des Dnister Frieden und Ruhe herrschen", sagte sie in Chisinau. Die arme Ex-Sowjetrepublik Moldau orientiert sich unter Sandus Führung in Richtung EU. Rückhalt der Separatisten in Transnistrien ist ein
Kontingent russischer Soldaten, das immer noch dort stationiert ist. Der Waffenstillstand mit Moldau wird von einer Mission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) überwacht.