Nach den Kriegsgräueln in der ukrainischen Stadt Butscha
fordert der polnische Vizeaußenminister Szymon Szynkowski vel Sęk Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) auf, zu einem Solidaritätsbesuch in die Ukraine zu reisen. "Wenn er wirklich was tun möchte, sollte er eher nach Kiew fahren, als den russischen Präsidenten anzurufen", sagt Szynkowski vel Sęk der
Deutschen Presse-Agentur bei einem Besuch in Berlin. Die Anrufe bei Wladimir Putin hätten keinen Sinn und bisher auch nichts gebracht. "Wenn man jetzt diesen Völkermord ansieht: Mit dem Täter sollte man nicht verhandeln, man sollte eher dem Opfer helfen."
Von Deutschland und anderen europäischen Staaten
fordert Szynkowski vel Sęk ein generelles Embargo für russische Energielieferungen und nicht nur für Kohle, wie es die EU-Kommission vorgeschlagen hatte. "Wir müssen höchst heftige Sanktionen anwenden. Der Energiesektor ist daher so wichtig", sagt der Politiker. Auf diesem Weg könne die Finanzierung des Krieges gestoppt werden. Polen sei trotz seiner stärkeren Abhängigkeit von russischem Öl sofort bereit dazu. Das erwarte man auch von Deutschland - ebenso wie die Lieferung schwerer Waffen.