Letztes Update:
20220401164444

15:58
01.04.2022
Nach dem Abzug russischer Truppen aus Tschernobyl will die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in den kommenden Tagen Experten in das ehemalige ukrainische Atomkraftwerk entsenden. IAEA-Chef Rafael Grossi kündigt an, dass er die Hilfsmission selbst anführen werde. Die IAEA werde auch anderen Atomanlagen sicherheitsrelevante Ausrüstung und Expertise bereitstellen, sagt er. Zuvor war Grossi aus der Ukraine und aus Russland zurückgekehrt, wo er in den vergangenen Tagen über solche Unterstützungsmaßnahmen Gespräche geführt hatte.
Die geplanten IAEA-Missionen seien jeweils mit Russland und der Ukraine vereinbart, heißt es. Über konkrete russische Sicherheitsgarantien für ukrainische AKWs oder für IAEA-Mitarbeiter spricht er jedoch nicht. "Wir benötigen sichere Routen, Schutz und befriedete Zonen, in denen wir uns bewegen können", sagt Grossi.

15:43
01.04.2022
Russische Soldaten sollen sich bei einem Einsatz um das frühere Atomkraftwerk Tschernobyl Strahlenschäden zugezogen haben. Die ukrainische Atomenergiebehörde Energoatom teilt mit, dass russische Truppenteile in der Sperrzone rund um den Unglücksmeiler Gräben ausgehoben und sich dabei mit radioaktivem Material verseucht hätten. 
"Es ist unmöglich, das Ausmaß der radioaktiven Verstrahlung russischer Soldaten zu beziffern", sagt der Kraftwerksdirektor Walerij Sejda. In einem auf der Webseite der Behörde veröffentlichten Interview sagte der Energoatom-Chef Petro Kotin, dass die Soldaten keine Physiker und völlig ahnungslos in die radioaktiv verstrahlte Region geschickt worden seien. Die stellvertretende Ministerpräsidentin der Ukraine, Iryna Wereschtschuk, schreibt auf ihrer Facebook-Seite, dass sie eine so hohe Strahlendosis abbekommen hätten, dass "deren Folgen ihnen Ärzte in Schutzanzügen erklären werden müssen".

15:26
01.04.2022
Der ukrainische Botschafter in Berlin, Andrij Melnyk, ist nach dem Eklat um ein Solidaritätskonzert für sein Land im Schloss Bellevue zu einem Gespräch mit dem Bundespräsidialamt bereit. "Ich werde selbstverständlich das Gesprächsangebot in den nächsten Tagen annehmen", sagt er. Zu einem persönlichen Gespräch hatte der neue Leiter der Abteilung Außenpolitik im Präsidialamt, Wolfgang Silbermann, den Botschafter bereits vor dem Konzert eingeladen - allerdings keine direkte Antwort darauf erhalten.
Melnyk ist darüber empört, dass bei dem Konzert der Berliner Philharmoniker nur russische und keine ukrainische Solisten auftreten würden. "Ein Affront. Sorry, ich bleibe fern", schreibt er auf Twitter. Allerdings spielten in dem renommierten Orchester neben Musikerinnen und Musikern aus Russland und Belarus auch solche aus der Ukraine. Trotz seiner bekundeten Gesprächsbereitschaft teilte der Botschafter weiter gegen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier aus. Das Konzert sei "eine billige PR-Aktion" des Bundespräsidenten. "Soll ich mitten im Vernichtungskrieg Russlands gegen ukrainische Zivilisten lächeln und klatschen, womöglich noch Selfies mit russischen Musikern machen? Was denkt sich "Brückenbauer" Steinmeier dabei?" Die deutsch-russischen Beziehungen seien für ihn offenbar das "goldene Kalb".

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