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Scholz: Bundestagsentscheidung zu Schröder „folgerichtig“

17:09
19.05.2022
Bundeskanzler Olaf Scholz hat die Entscheidung des Bundestags begrüßt, dem früheren Regierungschef Gerhard Schröder (beide SPD) einen Teil seiner Sonderrechte zu entziehen. „Die Entscheidung des Deutschen Bundestages im Hinblick auf den früheren Bundeskanzler ist folgerichtig und auch eine, die deshalb auch umgesetzt werden wird“, sagte Scholz am Donnerstag in Den Haag in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem niederländischen Regierungschef Mark Rutte.

EU-Sanktionen gegen Schröder lehnte Scholz aber ab. „Das ist die Entscheidung, die jetzt notwendig ist, weitere halte ich nicht für erforderlich.“ Scholz ergänzte: „Es wäre am allerbesten, Gerhard Schröder würde seine Posten niederlegen.“

Der Haushaltsausschuss des Bundestags hatte am Donnerstag beschlossen, Schröders Büro abzuwickeln. Das verbliebene Personal soll anderweitige Aufgaben übernehmen. Anrecht auf ein Ruhegehalt und auf Personenschutz hat der Altkanzler aber weiterhin. Zuvor hatte sich das Europaparlament mit großer Mehrheit für EU-Sanktionen gegen den Altkanzler ausgesprochen.

Schröder steht wegen seiner Russland-Kontakte, seiner Nähe zu Kremlchef Wladimir Putin und seiner Posten bei russischen Staatskonzernen massiv in der Kritik. Weil er sich davon nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine nicht distanzierte, forderte ihn die SPD-Spitze zum Parteiaustritt auf. Es gibt auch Anträge auf einen Parteiausschluss.

Denise Frommeyer

McDonald's gibt Russland-Geschäft an bestehenden Lizenzpartner ab

16:40
19.05.2022
Die weltgrößte Schnellrestaurantkette McDonald's will ihr Geschäft in Russland an den bestehenden dortigen Lizenzpartner Alexander Govor verkaufen. Eine entsprechende Vereinbarung gab der Konzern am Donnerstag in Chicago bekannt. Govor ist demnach schon seit 2015 Lizenzpartner und betrieb bereits 25 Filialen in Sibirien. Finanzielle Details des Deals nannte der Konzern zunächst nicht.

McDonald's hatte am Montag angekündigt, sich aufgrund des Angriffskrieges gegen die Ukraine aus Russland zurückzuziehen. Govor soll das Filialnetz inklusive der Mitarbeiter übernehmen, das Fast-Food-Geschäft künftig jedoch unter einer neuen Marke betreiben. Für den Rückzug aus Russland wird McDonald's nach eigenen Angaben Sonderkosten in Höhe von 1,2 bis 1,4 Milliarden Dollar verbuchen.

Die Burger-Kette hatte ihre erste Filiale in Moskau vor mehr als 30 Jahren eröffnet - noch bevor der Eiserne Vorhang endgültig fiel und die Sowjetunion kollabierte. Die Expansion war damals ein Zeichen für Wandel und Aufbruch gewesen. Doch Russlands Krieg gegen die Ukraine brachte den US-Konzern unter Druck. Bereits im März hatte McDonald's seine rund 850 Filialen im Land bis auf Weiteres geschlossen.

Denise Frommeyer