Nach den jüngsten Äußerungen des ukrainischen Botschafters Andrij Melnyk an die Adresse von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ist in der Unionsfraktion Kritik am Verhalten des Diplomaten laut geworden. „Der Ton ist unangemessen“, sagte der stellvertretende Unionsfraktionschef Johann Wadephul (CDU) am Dienstag dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Auch in einer Sondersituation sollten sich diplomatische Repräsentanten gegenüber Regierungsvertretern angemessen verhalten.“
Melnyk nannte Scholz als „beleidigte Leberwurst“, nachdem dieser gesagt hatte, die Ausladung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier durch die Ukraine stehe seiner Reise im Weg. Eine solche Äußerung generiere keine Unterstützung und nütze nicht der gemeinsamen Sache, sagte Wadephul dem RND. Zugleich betonte der CDU-Politiker, dass Scholz seiner Meinung nach als Bundeskanzler längst in die Ukraine hätte reisen sollen.