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Unionsfraktion hält Melnyks Ton gegenüber Scholz für unangemessen

15:15
03.05.2022
Nach den jüngsten Äußerungen des ukrainischen Botschafters Andrij Melnyk an die Adresse von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ist in der Unionsfraktion Kritik am Verhalten des Diplomaten laut geworden. „Der Ton ist unangemessen“, sagte der stellvertretende Unionsfraktionschef Johann Wadephul (CDU) am Dienstag dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Auch in einer Sondersituation sollten sich diplomatische Repräsentanten gegenüber Regierungsvertretern angemessen verhalten.“

Melnyk nannte Scholz als „beleidigte Leberwurst“, nachdem dieser gesagt hatte, die Ausladung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier durch die Ukraine stehe seiner Reise im Weg. Eine solche Äußerung generiere keine Unterstützung und nütze nicht der gemeinsamen Sache, sagte Wadephul dem RND. Zugleich betonte der CDU-Politiker, dass Scholz seiner Meinung nach als Bundeskanzler längst in die Ukraine hätte reisen sollen.

dpa

Mehr als 100 Gerettete aus Mariupol in Saporischschja eingetroffen

14:01
03.05.2022
Mehr als 100 Menschen aus dem von der russischen Armee belagerten ukrainischen Stahlwerk Azovstal in Mariupol haben die Stadt Saporischschja erreicht. Einige seien verletzt, teilte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) mit, das den Konvoi der Flüchtenden am Dienstag gemeinsam mit Vertretern der Vereinten Nationen begleitete. Laut dem Roten Kreuz verließen das Stahlwerk auch weitere Menschen und machten sich selbstständig zu anderen Zielorten auf.

„Es ist eine riesige Erleichterung, dass manche Zivilisten, die wochenlang gelitten haben, nun draußen sind“, sagte IKRK-Präsident Peter Maurer. Am Wochenende waren mit internationaler Hilfe bereits mehr als 120 Menschen aus dem Werksgelände gerettet worden.

Die ukrainischen Gesundheitsbehörden sowie freiwillige Helferinnen und Helfer, Ärzte ohne Grenzen und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) seien für alle medizinischen Notfälle der Ankommenden in Saporischschja gewappnet, sagte die WHO-Koordinatorin vor Ort, Dorit Nitzan, am Dienstag per Video zu Reportern in Genf. Viele Frauen und Kinder aus Mariupol seien eingetroffen.  „Wir sind eingestellt auf Verbrennungen, Knochenbrüche, Wunden, Infektionen, Durchfall, Atemwegsinfektionen, Unterernährung und die Bedürfnisse schwangerer Frauen - wir sind gut vorbereitet“, sagte Nitzan.

dpa