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Taliban: Diplomat in Moskau akkreditiert

07:50
10.04.2022
Die in Afghanistan herrschenden Taliban sind erstmals in Russland mit einem diplomatischen Vertreter akkreditiert. Ein Sprecher des Taliban-Außenministeriums teilte am Samstag mit, dass die Botschaft in Moskau offiziell übergeben wurde. Demnach musste der frühere Botschafter seine Arbeit einstellen. Ein Diplomat namens Dschamal Gharwal sei als Geschäftsträger dort, hieß es.
Russlands Außenminister Sergej Lawrow hatte nach Angaben der Agentur Interfax jüngst die Akkreditierung eines Talibanvertreters bestätigt. International hat noch kein Staat die Regierung der Taliban anerkannt. Die militant-islamistische Gruppe war im August 2021 in Afghanistan wieder an die Macht gekommen. Die Islamisten haben seitdem Menschenrechte stark eingeschränkt. Mädchen dürfen auch nach knapp acht Monaten immer noch keine weiterführenden Schulen besuchen.

Jean-Pierre Fellmer

Ukraine rechnet nicht mit baldigem Treffen von Selenskyj und Putin

06:58
10.04.2022
Die Ukraine rechnet nicht mit einem baldigen Treffen von Präsident Wolodymyr Selenskyj mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin zu Verhandlungen über ein Ende des Krieges. „Zu sagen, dass sie sich in einer Woche, in zwei Wochen treffen werden - nein, das wird so nicht passieren“, sagte Präsidentenberater Mychajlo Podoljak am Samstag im ukrainischen Fernsehen. Kiew bereite sich zunächst auf Kämpfe im Donbass vor. Danach habe die Ukraine „eine stärkere Verhandlungsposition“ für ein mögliches Präsidententreffen, sagte er.

Jean-Pierre Fellmer

Stoltenberg: Nato muss sich an „neue Realität“ anpassen

06:21
10.04.2022
Angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sieht Generalsekretär Jens Stoltenberg die Nato in einem „grundlegenden Wandel“. „Egal wann oder wie der Krieg in der Ukraine aufhört, der Krieg hat bereits langfristige Konsequenzen für unsere Sicherheit“, sagte Stoltenberg in einem Interview des britischen „Sunday Telegraph“. „Was wir jetzt sehen ist eine neue Realität, eine neue Normalität für die europäische Sicherheit.“ An diese „neue Realität“ müsse sich das Verteidigungsbündnis nun längerfristig anpassen. Dafür sei ein „Reset“ notwendig. Er erwarte Entscheidungen dazu beim Nato-Gipfel in Madrid Ende Juni, so Stoltenberg.
Vor der russischen Invasion in die Ukraine am 24. Februar habe die Nato-Präsenz an der Ostflanke des Bündnisgebiets aus einer relativ kleinen Truppe zur Abschreckung bestanden. Diese Präsenz solle nun zu einer größeren Truppe umgebaut werden, die sich verteidigen könne, sagte Stoltenberg der Zeitung. „Wir müssen sicherstellen, dass wir in einer gefährlicheren Welt weiterhin in der Lage sind, alle Bündnispartner der Nato zu schützen und zu verteidigen.“

Jean-Pierre Fellmer