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Finnischer Zoll stoppt kostbare Kunstsendungen nach Russland

20:45
06.04.2022
Der finnische Zoll hat Kunstwerke im Millionenwert beschlagnahmt, die sich auf dem Weg nach Russland befunden haben. Wie die Behörde am Mittwoch mitteilte, wurden am Grenzübergang Vaalimaa östlich von Helsinki am Wochenende drei Sendungen gestoppt, die Gemälde und Skulpturen enthielten. Sie seien auf dem Weg aus Italien und aus Japan über Finnland nach Russland gewesen und fielen mutmaßlich unter EU-Sanktionen. Dazu seien nun Ermittlungen aufgenommen worden. Die Kunstwerke seien zuvor auf Ausstellungen zu sehen gewesen und würden nun unter Berücksichtigung ihres Wertes und ihrer Sicherheit aufbewahrt, bis der Fall geklärt sei.

Der finnische Rundfunksender Yle berichtete, dass es sich um eine Museumsleihgabe handelte, also um Kunstgegenstände im Besitz russischer Museen, die an andere Museen ausgeliehen worden waren. Sie haben demnach einen Wert von insgesamt 42 Millionen Euro.

Michael Rabba

Orban bietet Putin Budapest als Ort für Ukraine-Verhandlungen an

20:14
06.04.2022
Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hat dem russischen Präsidenten Wladimir Putin die Hauptstadt Budapest als Gastgeber für Waffenstillstandsverhandlungen mit der Ukraine angeboten. Dies erklärte der rechtsnationale Politiker am Mittwoch nach einem Telefonat mit dem Kremlherrn auf einer Pressekonferenz in Budapest.

Putin habe ihn angerufen, um ihm zu seinem Wahlsieg am letzten Sonntag zu gratulieren, sagte Orban. „Ich schlug ihm vor, so schnell wie möglich einen Waffenstillstand zu verkünden“, führte er weiter aus. Verhandlungen über einen solchen könnten unter Beteiligung von Bundeskanzler Olaf Scholz und des französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Budapest stattfinden. Putin habe jedoch Bedingungen für die Aufnahme von Verhandlungen gestellt. Auf deren Erfüllung habe er keinen Einfluss, sagte Orban.

Gespräche zwischen ukrainischen und russischen Delegationen fanden zuletzt in der Türkei statt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyi verlangt immer wieder direkte Gespräche mit Putin.

Auf Nachfrage räumte Orban ein, dass Scholz und Macron zum Zeitpunkt der Pressekonferenz nicht in seinen Vorschlag eingeweiht waren. Der Ungar hat in den letzten Jahren ein freundschaftliches Verhältnis zu Putin aufgebaut. Die Sanktionen der EU, die diese wegen des militärischen Angriffs auf die Ukraine gegen Russland verhängte, trug er eher halbherzig mit.

Am Mittwoch sagte er auf eine Journalistenfrage: „Das ist ein Krieg, den Russland begonnen hat, eine Aggression. Das ist der Standpunkt der EU, und wir teilen ihn.“ Im Verhältnis zwischen dem Nato-Land Ungarn und Russland seien sich beide Seiten klar, dass sie auf entgegengesetzten Seiten stehen. „Wir streben dennoch ein korrektes Verhältnis an“, sagte Orban.

Michael Rabba