Letztes Update:
20220411193203

Niedersachsen ändert für Ukraine-Flüchtlinge Regelungen zur Kinderbetreuung

19:19
06.04.2022
Um die Betreuung von ukrainischen Kindern in Krippen und Kitas schneller zu ermöglichen, hat die niedersächsische Landesregierung eine Verordnung beschlossen. Diese sieht etwa vor, dass Träger kurzfristig mehr Betreuungsangebote schaffen können - etwa indem mehr Betreuungsplätze pro Einrichtung eingerichtet oder mehr pädagogische Fachkräfte eingesetzt werden dürfen, wie das Kultusministerium am Mittwoch mitteilte. Die Ausnahmen der bereits am Dienstag beschlossenen Verordnung gelten bis Ende Juli.

Um kurzfristige weitere Betreuungsplätze zu schaffen, sieht die Verordnung etwa die Möglichkeit vor, von bisher geltenden Vorgaben zu Größen von Räumen und Außenflächen in Einrichtungen abweichen zu können. Bislang waren dafür Anträge beim Landesjugendamt notwendig. Auch bei dem Personaleinsatz sind Ausnahmen vorgesehen.

Falls diese Möglichkeiten nicht greifen, können Einrichtungen auch die Zahl der zulässigen Plätze in einzelnen Gruppen um jeweils einen Platz erhöhen, wie das Kultusministerium mitteilte. Das bedeutet, vorübergehend könnte etwa eine Krippengruppe dann auf 16 Plätze und eine Kita-Gruppe auf 26 Plätze ausgeweitet werden.

Minister Grant Hendrik Tonne sagte, der Beschluss sei ein wichtiges Signal für die geflüchteten Menschen aus der Ukraine ebenso wie für die Träger der Einrichtungen. „Mit den zeitlich befristeten Maßnahmen schaffen wir ein hohes Maß an Flexibilität, um dem Rechtsanspruch geflüchteter Kinder einerseits und der notwendigen Handlungsfähigkeit der Träger andererseits gerecht zu werden“, sagte der SPD-Politiker. „Das heißt auch: Wir machen möglich, verpflichten aber nicht.“

Michael Rabba

Ostukraine: Über zehn Hochhäuser durch Artilleriebeschuss zerstört

19:13
06.04.2022
In der ostukrainischen Stadt Sjewjerodonezk sind offiziellen Angaben zufolge durch Artilleriebeschuss mehr als zehn Hochhäuser zerstört worden. „Der heutige Tag hat gezeigt, dass man nicht länger warten kann: Packt Eure Sachen und flieht!“, forderte der Gouverneur des Gebiets Luhansk, Serhij Hajdaj, die verbliebenen Bewohner am Mittwoch bei Facebook auf. Dem Zivilschutz des Gebiets zufolge brannten zudem fünf Privathäuser, eine Schule, ein Einkaufszentrum und mehrere Garagen ab.

Zuvor hatte die Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk auch die Bewohner der Gebiete Luhansk und Donezk angesichts einer befürchteten neuen russischen Offensive inständig aufgefordert, die Region zu verlassen. Die ukrainische Eisenbahn transportierte allein am Mittwoch mehrere Tausend Menschen aus den bedrohten Gebieten in den Westen des Landes. Wereschtschuk berichtete von weiteren knapp 4000 Menschen, die aus den Gebieten Donezk, Luhansk und Saporischschja in Sicherheit gebracht worden seien.

Moskau hatte in der vergangenen Woche Truppen aus den nordukrainischen Gebieten Kiew und Tschernihiw abgezogen und die Einheiten in der Ostukraine verstärkt. Vor sechs Wochen hatte Russland die benachbarte Ukraine überfallen.

Michael Rabba