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Moskau: Verdächtige für Misshandlung von Kriegsgefangenen gefasst

16:33
29.03.2022
Russland hat ukrainischen Soldaten schwere Misshandlungen russischer Kriegsgefangener vorgeworfen und nach Angaben eines Abgeordneten zwei Verdächtige festgenommen. Am Sonntag war ein Video in sozialen Medien aufgetaucht, in dem Männer in ukrainischen Uniformen vermeintlich russischen Kriegsgefangenen in die Beine schießen. Der Vize-Vorsitzende des Duma-Ausschusses zur Entwicklung der Zivilgesellschaft, Wladimir Schamanow, sagte am Dienstag, russische Spezialeinheiten hätten nun zwei verdächtige Militärs festgenommen, die aus dem Fanumfeld des Fußballclubs Metallist Charkiw kämen. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, sagte, alle Schuldigen würden zur Verantwortung gezogen.

Aus der Ukraine kamen unterschiedliche Reaktionen. So sprach der Befehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Witalij Saluschnyj, auf Facebook von einer russischen Fälschung. „Ich betone, dass die Angehörigen der ukrainischen Streitkräfte und anderer legitimer militärischer Formationen die Normen des humanitären Völkerrechts strikt einhalten“, schrieb er. Der ukrainische Geheimdienst SBU schloss sich dem an. Mit Kriegsgefangenen werde nach der Genfer Konvention verfahren, teilte der Dienst mit.

Parallel dazu hatte der Präsidentenberater Olexeij Arestowytsch jedoch „ernsthafte Ermittlungen“ angekündigt und „Exzesse“ ukrainischer Soldaten nicht ausgeschlossen.

Der Moskauer Unterhändler Wladimir Medinski sagte am Dienstag am Rande der Friedensverhandlungen in Istanbul, Russland habe der ukrainischen Seite seinen Protest in Zusammenhang mit dem Video ausgedrückt. Die ukrainische Seite habe entschiedene Maßnahmen gegen die Verantwortlichen zugesagt, sollten sie gefasst werden.

Michael Rabba

Türkei lobt „bedeutendste Fortschritte“ bei Friedensverhandlungen

13:46
29.03.2022
Die türkische Regierung wertet die Ergebnisse der Friedensverhandlungen in Istanbul als deutliche Schritte zu einem Ende des Kriegs in der Ukraine. Bei den Gesprächen der russischen und ukrainischen Delegation seien „die bedeutendsten Fortschritte“ seit Beginn der Gespräche erzielt worden, sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Dienstag. Er fügte hinzu, der Kriege müsse „jetzt enden“.

Russland hat in Folge der Gespräche angekündigt, seine „militärischen Aktivitäten“ in der Ukraine bei Kiew und Tschernihiw deutlich reduzieren zu wollen. Moskau hatte seinen Angriffskrieg auf die Ukraine vor gut einem Monat begonnen. Es war die erste Ankündigung zu einem Rückzug dieser Art von russischer Seite.

Die Unterhändler hatten sich bis zum Treffen in der Türkei bereits dreimal im Grenzgebiet von Belarus getroffen. Danach gab es regelmäßige Videoschalten.

Das Nato-Land Türkei hat enge Beziehungen zu Kiew und Moskau und ist von Russland etwa in den Bereichen Energie- und Getreideversorgung sowie im Tourismus abhängig. Präsident Recep Tayyip Erdogan hat immer betont, keinen der beiden Partner aufgeben zu wollen.

Michael Rabba

Moskau: Militär-Aktivitäten bei Kiew und Tschernihiw werden reduziert

12:19
29.03.2022
Russland will nach Angaben des Moskauer Verteidigungsministeriums seine „militärischen Aktivitäten“ in der Ukraine bei Kiew und Tschernihiw deutlich reduzieren. Diese Entscheidung sei angesichts des Verlaufs der Verhandlungen mit Kiew getroffen worden, teilte der Vize-Verteidigungsminister Alexander Fomin am Dienstag in Istanbul mit.

Michael Rabba