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Russisches Militär warnt vor weiteren Seeminen

21:23
28.03.2022
Das russische Verteidigungsministerium hat erneut vor der Gefahr von frei im Schwarzen Meer schwimmenden ukrainischen Seeminen gewarnt. Die Minen hätten sich von ihren Verankerungen gelöst und würden vor den Küsten der Anrainer-Staaten treiben, sagte Generalmajor Michail Misinzew am Montagabend in Moskau. Im Bosporus und im Schwarzen Meer nahe der Grenze zu Bulgarien habe die türkische Seite zwei solcher Minen entschärft. Die Gefahr bestehe aber weiter. Zuvor hatten das russische Ministerium und der für den Grenzschutz zuständige russische Geheimdienstdienst FSB vor den Minen gewarnt.

Das türkische Verteidigungsministerium hatte am Montagmorgen mitgeteilt, erneut eine Seemine in ihren Gewässern entdeckt zu haben. Bereits am Samstag war an der Meerenge Bosporus, die das Schwarze Meer mit dem Mittelmeer verbindet, eine Seemine entdeckt und unschädlich gemacht worden. Die Behörden untersagten zudem die nächtliche Fischerei vor der nordwestlichen türkischen Küste des Schwarzen Meeres. Russland und die Ukraine werfen sich gegenseitig vor, das Schwarze Meer vermint zu haben.

Das russische Militär berichtete zudem über neue Angriffe in der Ukraine. Im Gebiet Schytomyr wurden demnach durch Raketenbeschuss zwei große Munitionslager zerstört. Zudem seien drei Kampfjets abgeschossen worden. In der umkämpften Hafenstadt Mariupol sei ein Hubschrauber zerstört worden, mit dem nach Moskauer Angaben Kämpfer des ukrainischen Asow-Regiments in Sicherheit gebracht werden sollten. Überprüfbar waren die Angaben nicht.

Die russische Seite warf ukrainischen Truppen erneut vor, aus den umkämpften Städten Sumy und Saporischschja fliehende Zivilisten beschossen zu haben. Auch die Ukraine wirft russischen Truppen immer wieder vor, die Flucht von Zivilisten mit Feuer zu sabotieren. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, aus den umkämpften Gebieten in der Ukraine seien bisher 469 683 Menschen, darunter 97 345 Kinder, in Sicherheit gebracht worden. Mehr als 105 000 Menschen seien ohne Beteiligung der ukrainischen Behörden aus Mariupol herausgebracht worden. Die ukrainischen Behörden werfen dem russischen Militär vor, die Zivilisten zu verschleppen.

Michael Rabba

UN-Nothilfekoordinator Griffiths soll Ukraine-Feuerpause verhandeln

20:48
28.03.2022
UN-Generalsekretär António Guterres hat seinen Nothilfekoordinator Martin Griffiths darum gebeten, die Möglichkeit eines „humanitären Waffenstillstands“ im Ukraine-Krieg auszuloten. Griffiths werde damit sofort beginnen und, „sobald das möglich wird“, auch nach Moskau und Kiew reisen, sagte Guterres am Montag vor Journalisten in New York. „Es ist sehr wichtig, einen ernsthaften Dialog mit beiden Seiten aufzubauen in Hinsicht auf die Möglichkeit eines humanitären Waffenstillstands.“

Die Vereinten Nationen täten bereits jetzt alles in ihrer Macht stehende, um den Betroffenen humanitäre Hilfe zu leisten, sagte Guterres weiter. „Aber lasst mich das deutlich sagen. Die Lösung dieser humanitären Tragödie ist nicht humanitär. Sie ist politisch.“ Er rufe deswegen zu einem Waffenstillstand und ernsthaften Friedensverhandlungen auf.

Michael Rabba

USA verlegen Flugzeuge für elektronischen Kampf nach Deutschland

20:27
28.03.2022
Die US-Streitkräfte verlegen angesichts des russischen Angriffskriegs in der Ukraine sechs Flugzeuge zur elektronischen Kampfführung nach Deutschland. Die sechs Boeing-Kampfflugzeuge der US-Marine vom Typ „EA-18 Growler“ würden aus dem nordwestlichen Bundesstaat Washington kommend auf den US-Stützpunkt Spangdahlem in Rheinland-Pfalz verlegt, erklärte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, John Kirby, am Montag. Mit den Flugzeugen würden rund 240 Soldaten verlegt, darunter Techniker und Piloten für die Maschinen.

Die Kampflugzeuge sind Kirby zufolge zum Beispiel von Nutzen, dabei zu helfen, die Luftabwehr eines feindlichen Staats auszuschalten. Die spezielle Elektronik der Maschinen kann feindliches Radar in die Irre führen, erklärte er. Kirby betonte, die Maschinen sollten nicht gegen das russische Militär in der Ukraine eingesetzt werden, sondern sollten der Stärkung der Nato-Ostflanke und der Abschreckung gegenüber Russland dienen. Die Maschinen sollten im Laufe des Montags in Deutschland ankommen, sagte er.

Die Verlegung sei mit der deutschen Bundesregierung abgestimmt, sagte Kirby weiter. Er betonte, es gehe um eine Vorsichtsmaßnahme, um die militärischen Fähigkeiten an der Nato-Ostflanke zu stärken. Die Verlegung der Maschinen sei keine Reaktion auf ein konkretes Bedrohungsszenario, fügte er hinzu.

US-Präsident Joe Biden hat die Präsenz der US-Streitkräfte in Europa seit Anfang des Jahres angesichts der größeren Bedrohung durch Russland deutlich ausbauen lassen. Ihre Zahl ist von rund 80 000 auf gut 100 000 gestiegen. Die jüngste Verstärkung wurde vor allem in die Länder der Nato-Ostflanke geschickt, darunter jene im Baltikum, Polen und Rumänien. In Deutschland sind rund 35 000 US-Soldaten stationiert.

Michael Rabba