Letztes Update:
20220411193203

London: Ukraine startet Angriffe in von Russland besetzten Gebieten

07:47
25.03.2022
Nach Ansicht britischer Geheimdienste haben die ukrainischen Streitkräfte damit begonnen, hochwertige Ziele in von Russland gehaltenen Gebieten anzugreifen. Darunter seien etwa ein Landungsschiff oder ein Munitionslager in der Stadt Berdjansk, heißt es in einem Update des britischen Verteidigungsministeriums unter Berufung auf Geheimdienstinformationen, das am späten Donnerstagabend veröffentlicht wurde.

Der ukrainische Generalstab hatte in der Nacht zu Freitag mitgeteilt, bei einem Angriff auf den von russischen Einheiten eingenommenen Hafen der Stadt Berdjansk das Landungsschiff „Saratow“ zerstört zu haben. Zwei weitere derartige Schiffe, „Caesar Kunikow“ und „Novotscherkassk“, seien beschädigt worden. Die Angaben konnten nicht unabhängig geprüft werden.

Jan-Felix Jasch

IAEA: Ukraine meldet Beschuss nahe Tschernobyl

07:17
25.03.2022
Nach mehreren Flächenbränden rund um die Atomruine Tschernobyl führt nun möglicher Beschuss in der Nähe zu erneuten Sorgen um die Sicherheit der Anlage. Russische Streitkräfte hätten ukrainische Kontrollpunkte in der Stadt Slawutytsch unter Beschuss genommen, teilte der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, in der Nacht zu Freitag unter Berufung auf Informationen der ukrainischen Atomaufsichtsbehörde mit. Dies gefährde laut Kiew „die Häuser und Familien des Betriebspersonals, das die nukleare und radioaktive Sicherheit“ des ehemaligen AKW gewährleiste sowie weitere Rotationen der Angestellten. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig bestätigen.

In der Kleinstadt Slawutytsch mit rund 25 000 Einwohnern, die sich außerhalb der Sperrzone befindet, leben viele Menschen, die im nahe gelegenen ehemaligen Kernkraftwerk Tschernobyl arbeiten.

Generaldirektor Grossi habe sich besorgt über diese Entwicklung gezeigt, hieß es in der Mitteilung weiter. Erst vor wenigen Tagen habe das technische Personal des ehemaligen Atomkraftwerks nach fast vier Wochen Arbeit ohne Schichtwechsel in seine Häuser in Slawutytsch gehen und sich ausruhen können. Die IAEA wolle die Situation weiter genau verfolgen, sagte Grossi.

Jan-Felix Jasch

Ukraine-Krieg: Strahlenschutz-Amt hat Kernwaffen-Szenario im Blick

06:52
25.03.2022
Das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat nach eigenen Angaben auch das Szenario eines russischen Atomwaffen-Einsatzes in der Ukraine im Blick. „Wir untersuchen alle möglichen Szenarien, und Kernwaffen sind natürlich auch ein mögliches radiologisches Szenario, auch wenn wir natürlich hoffen, dass es dazu niemals kommt“, sagte BfS-Präsidentin Inge Paulini der Deutschen Presse-Agentur. Ihre Behörde sei seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine am 24. Februar „in Dauerbeobachtung“ der Lage vor Ort, das Amt beobachte die Gefahr eines Austritts von radioaktiver Strahlung sehr genau. Einen solchen Austritt habe es aber in der Ukraine - trotz heftiger Kämpfe auch in der Nähe von Atomkraftwerken - bislang noch nicht gegeben.

Paulini erklärte, dass bei einem Kernwaffen-Einsatz auch radioaktive Stoffe freigesetzt würden, die sich aber anders verhielten als die Stoffe, die bei einem AKW-Unfall austreten würden. Es gebe „einen grundsätzlichen Unterschied zwischen einem großen Reaktorunfall in der Ukraine oder einem Austritt von Radioaktivität über eine Kernwaffe“, erklärte Paulini. Denn bei einem Atomwaffeneinsatz hätten die Stoffe eine andere Zusammensetzung und würden mehr „kurzlebige Radionuklide“ enthalten. Das bedeutet, dass sie sehr wahrscheinlich schneller zerfallen.

Jan-Felix Jasch