Letztes Update:
20220411193203

Polen weist 45 russische Diplomaten aus - Moskau droht

12:09
23.03.2022
Polen hat 45 russische Diplomaten zu unerwünschten Personen erklärt. Das teilte der Sprecher des Außenministeriums, Lukasz Jasina, nach Angaben der Nachrichtenagentur PAP am Mittwoch in Warschau mit. Die russischen Diplomaten müssen nun bis auf eine Ausnahme das Land innerhalb von fünf Tagen verlassen. Ein Beschäftigter der Botschaft muss sogar binnen 48 Stunden ausreisen. Polen wirft ihnen Spionage vor. Erwartet wird nun, dass Russland seinerseits polnische Diplomaten des Landes verweist.

Einer Mitteilung des polnischen Geheimdienstes ABW zufolge handelt es sich um Russen, die in der Botschaft für Geheimdienste arbeiteten, sowie andere Beschäftigte mit unterschiedlichem diplomatischen Status. Aufgrund der russischen Politik gegenüber Polen und seinen Verbündeten sowie unter Berücksichtigung der russischen Aggression gegen die Ukraine sei beim Außenministerium ihre dringende Ausweisung gefordert worden.

Das russische Außenministerium kündigte eine „angemessene Antwort“ an. Russlands Botschafter in Polen, Sergej Andrejew, kritisierte der Agentur Tass zufolge, es gebe „keinerlei Grundlage“ für die Entscheidung aus Warschau. Er selbst sei nicht betroffen. Auf die Frage, ob es nun überhaupt noch diplomatische Beziehungen zwischen beiden Ländern gebe, sagte Andrejew demnach: „Formal gibt es sie.“

Sebastian Oldenborg

Moskau: USA wollen Kampfhandlungen in Ukraine in die Länge ziehen

11:26
23.03.2022
Russland hat den USA vorgeworfen, den Krieg in der Ukraine aus eigenen Interessen in die Länge zu ziehen. „Sie spekulieren darauf, weitere Waffen in die Ukraine zu pumpen“, sagte Außenminister Sergej Lawrow am Mittwoch der Agentur Interfax zufolge bei einer Rede vor Moskauer Studenten. „Anscheinend wollen sie uns so lange wie möglich in einem Zustand der Kampfhandlungen halten.“

Aus diesem Grund liefen auch die Gespräche zwischen einer russischen und einer ukrainischen Delegation schleppend: „Die Verhandlungen sind schwierig, weil die ukrainische Seite (...) ständig ihre Position ändert und ihre eigenen Vorschläge ablehnt“, behauptete Lawrow. „Man wird den Eindruck kaum los, dass sie von ihren amerikanischen Kollegen an der Hand gehalten werden, die (...) einfach davon ausgehen, dass es für sie unrentabel ist, wenn dieser Prozess schnell abgeschlossen wird.“

Russland hat das Nachbarland Ukraine am 24. Februar überfallen. Wenig später begannen erste Verhandlungen zwischen beiden Seiten, die mittlerweile im Online-Format geführt werden.

Jan-Felix Jasch

Kreml warnt vor Nato-Friedensmission in Ukraine

10:44
23.03.2022
Der Kreml hat vor einer möglichen Nato-Friedensmission in der Ukraine gewarnt. „Das wäre eine sehr unbedachte und äußerst gefährliche Entscheidung“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch der Agentur Interfax zufolge. In der Ukraine laufe derzeit eine „militärische Spezial-Operation“, sagte Peskow - so wird der Krieg von Moskau offiziell genannt. „Und jedes mögliche Aneinandergeraten unserer Soldaten mit Soldaten der Nato kann durchaus nachvollziehbare, schwer zu behebende Folgen haben.“

Polen will beim Nato-Gipfel an diesem Donnerstag in Brüssel seinen Vorschlag für eine Friedensmission in der Ukraine offiziell einbringen. Der Vorstoß rief im Kreis der Nato-Partner allerdings bislang auf ein geteiltes Echo.

Sebastian Oldenborg