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Russland geht laut Selenskyj gegen Zivilisten vor

07:54
25.02.2022
Nach großangelegten russischen Angriffen hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dem Kreml ein gezieltes Vorgehen gegen die Zivilbevölkerung vorgeworfen. „Das Ziel dieser Attacke ist Druck“, sagte Selenskyj am Freitag in einer Videobotschaft an seine Landsleute. „Druck auf Sie, liebe Bürger. Druck auf unsere Gesellschaft.“ Die Russen machten entgegen eigener Ankündigungen keinen Unterschied zwischen militärischen Zielen und Wohnhäusern.

Zugleich kritisierte der ukrainische Staatschef mangelnde Unterstützung aus dem Ausland: „Wir verteidigen unseren Staat allein. Die mächtigsten Kräfte der Welt schauen aus der Ferne zu.“ Auch die neuen westlichen Strafmaßnahmen gegen Moskau seien nicht genug: „Haben die gestrigen Sanktionen Russland überzeugt? Am Himmel über uns und auf unserer Erde hören wir, dass dies nicht ausreicht.“

Jean-Pierre Fellmer

Ukraine-Krieg: Kiew unter Beschuss

07:38
25.02.2022
Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine gerät zunehmend die Hauptstadt Kiew in Bedrängnis. „Schreckliche russische Raketenangriffe auf Kiew“, schrieb Außenminister Dmytro Kuleba am Freitag auf Twitter. Nach Schätzung der Vereinten Nationen sind inzwischen bereits 100.000 Menschen auf der Flucht. Die Europäische Union und die USA belegten Russland mit weitreichenden Sanktionen, zogen aber noch nicht das gesamte Register. Ein Telefonat von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron mit Kremlchef Wladimir Putin brachte zunächst nichts.

Die genaue militärische Lage in der Ukraine blieb undurchsichtig. Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte in der Nacht in einer Videobotschaft, die ukrainische Armee habe am ersten Tag der russischen Invasion 137 Soldaten verloren, 316 Soldaten seien verletzt worden. Russland habe das gesamte Gebiet der Ukraine angegriffen.

Jan-Felix Jasch

USA bereiten UN-Resolution gegen Russland vor - Abstimmung Freitag

07:00
25.02.2022
Nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine bereiten die USA bei den Vereinten Nationen eine gegen Moskau gerichtete Resolution vor. An diesem Freitag ab 21 Uhr deutscher Zeit soll es dazu in New York eine neue Dringlichkeitssitzung mit Abstimmung des UN-Sicherheitsrats geben, wie am Donnerstag aus Diplomatenkreisen verlautete. Die Resolution, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, verurteilt Russlands Aggression „aufs Schärfste“ und bekräftigt die Souveränität und territoriale Integrität sowie die Unabhängigkeit und Einheit der Ukraine. Von Russland wird darin der sofortige Rückzug sowie die Rückkehr zum Minsker Abkommen verlangt.

Da Russland als einer von nur fünf Staaten im Sicherheitsrat ein Veto hat, scheint klar, dass die Resolution bei der Abstimmung scheitern wird. Die USA und ihre westlichen Verbündeten hoffen jedoch, Moskau im Rat weitgehend zu isolieren - idealerweise bei einer Enthaltung der Vetomacht China und Zustimmung aller anderer Mitglieder des 15-köpfigen Gremiums.

Jan-Felix Jasch