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Ukraine: Ai Weiwei wirft Europa Scheinheiligkeit vor

15:51
15.03.2022
Der chinesische Künstler und Aktivist Ai Weiwei sieht viel Heuchelei in der westlichen Reaktion auf den Krieg in der Ukraine. „"Scheinheilig" ist noch eine sehr milde Bezeichnung dafür, wie Europa sich verhält“, sagte Wei über den Unterschied zwischen der restriktiven Migrationspolitik nach 2015 und der aktuellen Aufnahmebereitschaft für Menschen aus der Ukraine. „Wir haben kein klares moralisches oder philosophisches Urteilsvermögen mehr, sondern ein großes Durcheinander“, sagte der 64-jährige der Deutschen Presse-Agentur im Museum Albertina Modern, wo er am Dienstag eine große Retrospektive vorstellte. Es ist laut Ai die bislang umfassendste Schau über sein Werk, in dem er sich nach 2015 auch intensiv mit Fluchtbewegungen nach Europa auseinandergesetzt hat.

Jan-Felix Jasch

Kiew: Drei Journalisten im Krieg getötet und mehr als 30 verletzt

12:58
15.03.2022
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sind nach Angaben aus Kiew mindestens drei Reporter getötet und mehr als 30 verletzt worden. Außer dem US-Journalisten Brent Renaud seien auch zwei ukrainische Reporter durch russischen Beschuss ums Leben gekommen, schrieb die Menschenrechtsbeauftragte des ukrainischen Parlaments, Ljudmyla Denisowa, am Dienstag bei Telegram. Wiktor Dudar sei in der Nähe der südukrainischen Großstadt Mykolajiw getötet worden, der Kameramann Jewhen Sakun durch einen Raketenangriff in Kiew.

„Die russischen Besatzer kämpfen gegen eine objektive Berichterstattung ihrer Kriegsverbrechen in der Ukraine, sie töten und beschießen Journalisten“, behauptete Denisowa. Auch auf ausländische Reporter sei gezielt gefeuert worden. Dabei seien mehrere Journalisten verletzt worden, darunter ein Schweizer und zwei Dänen. Eine Crew des britischen Senders Sky News hatte selbst gefilmt, wie sie in Butscha nordwestlich von Kiew beschossen wurde. Dabei wurde Reporter Stuart Ramsey verletzt.

Russland hat bisher mehrere Fernsehtürme gezielt zerstört oder getroffen, darunter in Kiew und nahe des nordwestukrainischen Riwne. Damit soll die Kommunikation erschwert werden. Dabei gab es mehrere Tote.

Jan-Felix Jasch