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Ukrainischer Präsident soll Videoansprache vor US-Kongress halten

21:33
14.03.2022
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj soll per Videoschalte diese Woche vor dem US-Kongress sprechen. Die Ansprache mit US-Senatoren und Kongressabgeordneten ist für Mittwoch geplant, wie die führenden Demokraten im Repräsentantenhaus und im Senat, Nancy Pelosi und Chuck Schumer, am Montag mitteilten. „Der Kongress, unser Land und die ganze Welt bewundern das ukrainische Volk, das angesichts des unprovozierten, bösartigen und illegalen Kriegs Russlands außergewöhnlichen Mut, Widerstandsfähigkeit und Entschlossenheit bewiesen hat“, erklärten Pelosi und Schumer. Die Aggression von Russlands Präsident Wladimir Putin sei „grausam und teuflisch“. Am Donnerstag will sich Selenskyj mit einer Videoansprache auch an den Deutschen Bundestags wenden.

Michael Rabba

Kriegsgegnerin unterbricht Nachrichten in Russlands Staats-TV

21:02
14.03.2022
Mit einem Protestplakat und lauten Rufen hat eine Kriegsgegnerin im russischen Staatsfernsehen für eine Unterbrechung der abendlichen Hauptnachrichtensendung gesorgt. Während der Live-Übertragung am Montag um 21.00 Uhr Moskauer Zeit (19.00 Uhr MEZ) sprang die Frau plötzlich hinter Nachrichtensprecherin Jekaterina Andrejewa ins Bild und hielt ein Schild mit der Aufschrift „Stoppt den Krieg. Glaubt der Propaganda nicht. Hier werdet ihr belogen“ hoch. Dazu rief sie mehrmals laut: „Nein zum Krieg, Nein zum Krieg, Nein zum Krieg!“ Anschließend brach die Übertragung ab und es wurden Bilder aus einem Krankenhaus gezeigt.

Der Videoausschnitt verbreitete sich umgehend in sozialen Netzwerken. Vor allem russische Oppositionelle lobten die Frau für ihren Mut. „Was Mut wirklich bedeutet“, schrieb der Pianist Igor Levit bei Twitter. In Russland ist es Medien verboten, den russischen Einmarsch in die Ukraine als „Krieg“ oder „Invasion“ zu benennen. Stattdessen ist offiziell von einer „militärischen Spezialoperation“ die Rede.

Medienberichten zufolge handelt es sich bei der Frau um eine Mitarbeiterin des Staatsfernsehens, die ihre Protestaktion zuvor in sozialen Netzwerken angekündigt haben soll. Als Begründung soll sie angegeben haben, dass ihr Vater Ukrainer und der Krieg gegen das Nachbarland ein „Verbrechen“ sei, für das Kremlchef Wladimir Putin verantwortlich sei. Sie soll demnach festgenommen worden sein. Der erste russische Fernsehkanal sprach in einer Mitteilung lediglich von einem „Vorfall“ während der Sendung „Wremja“ und kündigte eine interne Prüfung an.

Michael Rabba

Ukrainischer Premier: Internationale Gemeinschaft muss reagieren

20:20
14.03.2022
In einem dringenden Appell hat der ukrainische Ministerpräsident Denys Schmyhal Europa zum Einschreiten gegen den russischen Einmarsch in sein Land aufgerufen. In einer Videoansprache vor der Parlamentarischen Versammlung des Europarats in Straßburg verlangte Schmyhal am Montag, dass die internationale Gemeinschaft angemessen reagieren müsse: „Der Krieg kann sich in einen dritten Weltkrieg verwandeln.“ Die Ukraine sei massiv von Zerstörung, Leid und Vertreibung betroffen. „Es ist Zeit, diese Aggression zu beenden, ehe es zu einer nuklearen Katastrophe kommt oder ganz Europa in Flammen steht.“ Schmyhal dankte den Nachbarländern für die Aufnahme seiner Landsleute.

Der Europarat hatte am Donnerstag mögliche Schritte in Richtung eines Ausschlusses Russlands angekündigt. Die Parlamentarische Versammlung mit Delegierten aus den nationalen Parlamenten berät noch bis Dienstag in einer Dringlichkeitssitzung über den Ukraine-Krieg, sie könnte in einer Resolution den Ausschluss Russlands fordern. Der Europarat wacht über die Einhaltung der Menschenrechte in seinen 47 Mitgliedstaaten und gehört nicht zur EU. Das Gremium hatte bereits mit der Suspendierung Russlands auf den Angriff des Landes auf die Ukraine reagiert.

Michael Rabba