Letztes Update:
20220411193203

Ukraine beantragt Dringlichkeitsdebatte im UN-Menschenrechtsrat

21:27
24.02.2022
Die Ukraine hat im UN-Menschenrechtsrat eine Dringlichkeitsdebatte über die Lage in ihrem Land beantragt. Der Rat aus 47 Ländern tritt turnusmäßig am Montag (28.2.) in Genf zusammen und tagt für fünf Wochen. Der Rat müsse sich mit der „äußerst gravierenden Verschlechterung“ der Situation in der Ukraine befassen, schrieb die ukrainische Botschafterin Jewhenija Filipenko nach dem russischen Einmarsch in ihrem Heimatland am Donnerstagabend an den Präsidenten des Rates, Federico Villegas. Sie veröffentlichte das Schreiben aus Twitter. Die Europäische Union twitterte umgehend ihre Zustimmung zu so einer Debatte.

Im UN-Menschenrechtsrat sind zur Zeit alle fünf permanenten Mitglieder des Weltsicherheitsrats sowie die Ukraine und Deutschland vertreten. Während Russland als eines der fünf permanenten Mitglieder des Weltsicherheitsrates in New York dort Resolutionen mit seinem Veto verhindern kann, sind im UN-Menschenrechtsrat alle Länder gleichberechtigt. Allerdings kann der Rat auch nur Empfehlungen abgeben. Wer im Rat ist, bestimmt die UN-Vollversammlung, die pro Region eine bestimmte Anzahl Vertreter für jeweils drei Jahre wählt.

Am kommenden Dienstag stehen sowohl Russlands Außenminister Sergej Lawrow als auch US-Außenminister Antony Blinken auf der Rednerliste. Während Blinken sich nach vorläufigen Plänen per Videobotschaft äußern wollte, hatte Lawrow dem Rat zunächst eine persönliche Teilnahme angekündigt.

Patrick Reichelt

Ukrainische Armee: Lage nahe Separatistengebieten angespannt

21:15
24.02.2022
Kiew (dpa) - Die Lage im Osten der Ukraine nahe der von den Separatisten kontrollierten Gebiete ist nach Angaben des ukrainischen Militärs weiter unruhig. Die Situation im Einsatzgebiet Donezk sei angespannt, werde aber von der Armee kontrolliert, heißt es in einem Bericht der ukrainischen Armee am Donnerstagabend (Ortszeit). Der Beschuss durch Russland dauere an.

In Richtung Luhansk seien tagsüber die heftigsten Kämpfe um die Orte Schtschastja, Stanyzja Luhanska, Lobatschewe und Bilowodsk geführt worden. In den Kämpfen um Schtschastja seien zwei feindliche Panzer zerstört und ein Panzer und eine Flugabwehrkanone erbeutet worden, hieß es weiter. In Schtschastja habe die Armee mehrere Gefangene genommen, hieß es weiter.

Trotz umfangreicher Angriffe sei es „dem Feind“ nicht gelungen, aus dem Osten tief in die Ukraine vorzudringen. Alle wichtigen Siedlungen und wichtige Infrastruktur halte man weiter. Nach aktuellem Stand seien keine weiteren Versuche des Durchbruchs durch „den Feind“ registriert worden. An manchen Orten sei die Feueraktivität zurückgegangen. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.

Patrick Reichelt