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Nukleares Forschungszentrum in Charkiw erneut beschossen

09:33
11.03.2022
In der Stadt Charkiw im Osten der Ukraine soll erneut ein nukleares Forschungszentrum beschossen worden sein. Das teilte die ukrainische staatliche Atomaufsichtsbehörde in der Nacht zum Freitag mit. Demnach soll Russland am Donnerstagabend bereits zum zweiten Mal dieselbe Atomforschungsanlage am nördlichen Stadtrand der Millionenstadt beschossen haben. Den Angaben nach sei die Anlage nun ohne Strom, am Gebäude gebe es oberflächliche Schäden. Man versuche nun genauer zu bestimmen, welche Folgen die Schäden hätten, heißt es weiter.

Am Charkiwer Institut für Physik und Technologie befindet sich ein Forschungsreaktor, der mit schwach angereichertem Uran betrieben wird. Laut Gesellschaft für Reaktorsicherheit (GRS) wurden beide ukrainischen Forschungsreaktoren - ein zweiter befindet sich in Kiew - bereits Ende Februar heruntergefahren. Lokale Medien berichteten, dass mehrere Zimmer eines Studentenwohnheims in der Nähe des Instituts durch den Beschuss in Brand gerieten. Verletzt wurde demnach niemand.

Jan-Felix Jasch

Bremen: Verteilschlüssel für Kriegsflüchtlinge nötig

09:04
11.03.2022
Bremens Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) hält es mittelfristig für nötig, die vor dem Krieg aus der Ukraine geflüchteten Menschen nach einem Schlüssel auf die Bundesländer zu verteilen. „In dieser humanitären Notsituation müssen wir alles tun, den Menschen zu helfen. Mittelfristig brauchen wir aber eine systematische Verteilung nach dem bewährten Königsteiner Schlüssel“, sagte sie am Freitag der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Dieser Schlüssel berücksichtigt unter anderem die Wirtschaftsstärke, das Steueraufkommen und die Einwohnerzahl des jeweiligen Bundeslandes. Im Aufnahmegesetz sei zudem geregelt, dass der Schlüssel immer dann greife, wenn die Länder nichts anders vereinbarten. Es gehe ihr ausdrücklich nicht um eine irgendwie geartete Begrenzung der Aufnahme von Geflüchteten aus der Ukraine, betonte Stahmann. „Es muss aber eine Überlastung einzelner Kommunen und Bundesländer vermieden werden.“

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hält zum jetzigen Zeitpunkt einen Schlüssel zur Verteilung der Kriegsflüchtlinge auf die Bundesländer noch nicht für geboten. „Aktuell kommt es darauf an, schnell und solidarisch die Menschen aus der Ukraine aufzunehmen“, sagte Pistorius am Donnerstag. „Sollten wir feststellen, dass einzelne Städte oder Bundesländer überlastet sind und es zu starken Unwuchten kommt, muss der Bund ein Umverteilungsverfahren aufsetzen.“

Jan-Felix Jasch