Letztes Update:
20220930084327

Moskau verdächtigt Washington der Anschläge auf Pipeline Nord Stream

08:43
30.09.2022
Die russische Führung hat eine Aufklärung der mutmaßlichen Sabotage an der Ostseepipeline Nord Stream gefordert und die USA als Hauptverdächtigen dargestellt. „Es ist aber offensichtlich, dass der Hauptnutznießer (der Pipeline-Explosionen), vor allem wirtschaftlich, die USA sind“, sagte der Sekretär des nationalen Sicherheitsrates, Nikolai Patruschew, der Nachrichtenagentur Interfax zufolge am Freitag auf einer Sitzung mit den Geheimdienstchefs der GUS-Staaten.

Patruschew warf dem Westen vor, sofort nach Bekanntwerden der Lecks eine Kampagne gegen Russland gestartet zu haben. Daher sei es nötig, die Kooperation der Geheimdienste innerhalb der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS), ein loser Staatenverbund ehemaliger Sowjetstaaten, zu vertiefen und die „Auftraggeber und Erfüllungsgehilfen des Verbrechens“ zu enthüllen. Seit der Nacht zum Montag wurden insgesamt vier Lecks an den Pipelines Nord Stream 1 und 2 festgestellt. Die Nato geht von Sabotage aus.

Sebastian Oldenborg

Berichte: Truss kommt zu Treffen von neuem europäischen Staatenclub

07:20
30.09.2022
Die britische Premierministerin Liz Truss will Berichten zufolge am ersten Treffen eines geplanten neuen europäischen Staatenclubs, der Europäischen Politischen Gemeinschaft, teilnehmen. Wie die britische Nachrichtenagentur unter Berufung auf Regierungskreise meldete, geht es Truss bei dem für kommenden Donnerstag in Prag geplanten Gipfel vor allem um die Themen Migration und Energie, die beide auf der Tagesordnung stehen.

Die britische Regierungschefin hatte sich beim Referendum 2016 in ihrem Land gegen den Austritt aus der Europäischen Union ausgesprochen, gilt inzwischen aber als vehemente Brexit-Anhängerin. Sie hatte zunächst Zweifel an Großbritanniens Teilnahme an dem neuen Projekt gesät. Nun hat sie sich aber wohl dazu entschlossen, bei der ersten Sitzung dabei zu sein, wie auch die BBC berichtete.

Die Idee eines neuen europäischen Staatenclubs, dem sowohl das aus der EU ausgetretene Großbritannien als auch Länder wie die Ukraine, die Türkei und Georgien beitreten könnten, stammt vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Ein erstes Treffen der Staats- und Regierungschefs potenzieller Mitgliedstaaten soll am kommenden Donnerstag in der tschechischen Hauptstadt Prag stattfinden. 

dpa

Russische Militärblogger: Lyman in Ostukraine praktisch eingekesselt

06:38
30.09.2022
Im Kampf um die strategisch wichtige Kleinstadt Lyman im Gebiet Donezk haben ukrainische Truppen nach russischen Angaben mehrere Orte östlich der Stadt eingenommen. „Gegen Mitternacht ist es der ukrainischen Truppen gelungen, Lyman faktisch einzukesseln“, teilte der nationalistische Militärblog „Rybar“ am Freitag mit. Die Ortschaft Stawky im Norden Lymans sei gefallen, östlich von Lyman, in Saritschne, gebe es Straßenkämpfe. Die ukrainische Eroberung von Stawky bestätigte auch der russische Militärblogger Semjon Pegow.

„Die Straße zwischen Lyman und Torske befindet sich unter ständigem Feuer des Gegners“, berichtete Rybar weiter. Die Straße nach Torske war nach dem Vorstoß der ukrainischen Kräfte westlich und nördlich von Lyman die einzige Nachschub-Verbindung der russischen Garnison in der Stadt. Zudem berichtet der Blog von einem ukrainischen Sturm auf die Stadt Jampil südöstlich von Lyman. „Wenn nicht innerhalb von 24 Stunden entschiedene Maßnahmen vonseiten der russischen Militärführung getroffen werden, erwartet Lyman das Schicksal von Balaklija“, warnte „Rybar“.

Mit der Rückeroberung von Balaklija haben die ukrainischen Truppen eine Großoffensive im Gebiet Charkiw begonnen, infolge derer Kiew fast das ganze Gebiet wieder unter seine Kontrolle brachte und die russischen Truppen zu einem hastigen Rückzug zwang. Sollte der Ukraine die Eroberung von Lyman gelingen, öffnet sich für das ukrainische Militär der Weg nach Swatowe und Kreminna und damit tief in das Gebiet Luhansk hinein, das Moskau seit dem Sommer weitgehend unter eigene Kontrolle gebracht hatte.

Sebastian Oldenborg