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Spitzendiplomat: Derzeit keine diplomatische Lösung für Ukraine

08:34
06.09.2022
Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Christoph Heusgen, sieht derzeit keine Chance für eine diplomatische Lösung im Ukraine-Krieg. "Russland hat kein Interesse an Verhandlungen. Deswegen wird die Situation in sechs Monaten so ziemlich die gleiche sein, wie sie jetzt ist", sagte er in Genf bei einer Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung und dem Geneva Center for Security Policy.

Russland halte sich auch nicht an Abmachungen, ergänzte der langjährige außenpolitische Berater von Kanzlerin Angela Merkel: "Das Beste, was wir im Moment tun können, ist die Ukraine zu unterstützen. Die Ukraine verteidigt das Völkerrecht und sie verteidigt die Freiheit in Europa." Wenn Putin diesen Krieg gewinne, werde er weitermachen, fügte der Spitzendiplomat hinzu: "Dann ist Moldawien dran. Und vielleicht auch das Baltikum. Wir müssen Putin aufhalten und die Ukraine unterstützen."

Auch der Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung, Norbert Lammert, erklärte, er sehe zurzeit keine friedliche Lösung. "Selbst die Grünen glauben nicht mehr an den Pazifismus", sagte der langjährige Bundestagspräsident. Umso mehr komme es jetzt auf die Entschlossenheit der USA und Europas an, die Ukraine zu unterstützen. Wenn Europa schwach auftrete, wirke Russland umso größer.

KNA

Mehr als 400 000 Menschen haben Russland im ersten Halbjahr verlassen

07:13
06.09.2022
Im ersten Halbjahr sind nach Angaben der russischen Statistikbehörde 419.000 Menschen aus Russland ausgereist. Das sind mehr als doppelt so viele wie im vergleichbaren Vorjahreszeitraum, wie die die Nachrichtenagentur RBC in der Nacht zum Dienstag meldete. Damit sind erstmals in der jüngeren russischen Geschichte mehr Menschen aus- als eingewandert (322.000 Personen).

Die Statistikbehörde Rosstat machte keine Angaben, welcher Nationalität die Migranten sind. Russland ist traditionell ein Einwanderungsland für Bürger anderer Sowjetrepubliken. In diesem Jahr verlief die Migrationsbewegung allerdings in die andere Richtung. So sind 369.000 in diese Richtung ausgereist und nur 295.000 eingereist. Fast 80.000 Menschen wählten dabei die Ukraine als Zielland.

Im Februar hat Russland einen Angriffskrieg gegen das Nachbarland begonnen. Das führte nicht nur zu einer Fluchtbewegung in der Ukraine, sondern auch zu einer Auswanderungswelle in Russland selbst. Politische Gegner gingen ins Exil, aber auch viele junge Spezialisten wanderten nach dem Rückzug westlicher Unternehmen aus Russland aus dem Land ab - auf der Suche nach besseren Arbeitsmöglichkeiten. Größere russische Gemeinden haben sich seither unter anderem in Armenien und Georgien gebildet - wegen der vergleichsweise einfachen Einreisebedingungen. Insgesamt ist die russische Bevölkerung im ersten Halbjahr - auch wegen des natürlichen Bevölkerungsschwunds - um 480.000 Menschen zurückgegangen.

dpa

Ukraine hofft auf Johnsons Nachfolgerin Truss

06:10
06.09.2022
Die Ukraine hoffe, dass die enge Zusammenarbeit mit Großbritannien auch unter der künftigen Premierministerin Truss weitergehe, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. „Wir kennen sie gut. Sie hat immer auf der Lichtseite der europäischen Politik gestanden.“

Vorher hatte er mit emotionalen Worten Abschied vom scheidenden Premier Johnson genommen. „Man sagt, dass es in der Politik keine Freunde gibt. Aber Boris - das ist der Fall, wo man sich auf Zuruf versteht.“ Er danke Johnson im Namen aller Ukrainer für dessen Solidarität. „Seit der ersten Minute des umfassenden russischen Krieges gegen die Ukraine und Europa ist Boris an unserer Seite gewesen.“

Unter Johnsons Führung hat Großbritannien die Ukraine militärisch, politisch und finanziell stark gegen Russland unterstützt. Seit Kriegsbeginn an 24. Februar reiste der Premier dreimal nach Kiew.

dpa