Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Christoph Heusgen, sieht derzeit keine Chance für eine diplomatische Lösung im Ukraine-Krieg. "Russland hat kein Interesse an Verhandlungen. Deswegen wird die Situation in sechs Monaten so ziemlich die gleiche sein, wie sie jetzt ist", sagte er in Genf bei einer Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung und dem Geneva Center for Security Policy.
Russland halte sich auch nicht an Abmachungen, ergänzte der langjährige außenpolitische Berater von Kanzlerin Angela Merkel: "Das Beste, was wir im Moment tun können, ist die Ukraine zu unterstützen. Die Ukraine verteidigt das Völkerrecht und sie verteidigt die Freiheit in Europa." Wenn Putin diesen Krieg gewinne, werde er weitermachen, fügte der Spitzendiplomat hinzu: "Dann ist Moldawien dran. Und vielleicht auch das Baltikum. Wir müssen Putin aufhalten und die Ukraine unterstützen."
Auch der Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung, Norbert Lammert, erklärte, er sehe zurzeit keine friedliche Lösung. "Selbst die Grünen glauben nicht mehr an den Pazifismus", sagte der langjährige Bundestagspräsident. Umso mehr komme es jetzt auf die Entschlossenheit der USA und Europas an, die Ukraine zu unterstützen. Wenn Europa schwach auftrete, wirke Russland umso größer.