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Iran bietet sich Europa als Energielieferant in Krisenzeiten an

07:52
05.09.2022
Iran hat sich im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise und dem im Winter befürchteten Gasmangel in Europa als Energielieferant angeboten. „Wir haben bekanntlich die notwendigen Gas-Reserven sowie das Potenzial und könnten daher auch Europas Bedarf diesbezüglich decken“, sagte Außenamtssprecher Nasser Kanaani am Montag. Im Vorfeld jedoch müsste das Wiener Atomabkommen wieder in Kraft gesetzt und vor allem müssten alle wirtschaftlichen US-Sanktionen gegen den Iran aufgehoben werden, so der Sprecher laut Nachrichtenagentur Fars.

Mit den weltweit zweitgrößten Gasreserven käme der Iran als Energielieferant für Europa zwar in Frage, hat aber laut Beobachtern wegen der Gasnachfrage in eigenen Land wenig Spielraum für Gas-Exporte. Auch Sprecher Kanaani räumte ein, dass es wegen der US-Sanktionen in den letzten Jahren bei den Gas-Förderungen technische Probleme gegeben habe. Diese seien in der Zwischenzeit aber behoben und der Iran habe keinerlei Einschränkungen mehr.

Der Iran und die sechs Vertragspartner des Wiener Atomdeals – China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und die USA – arbeiten derzeit an einer Wiederbelebung des Abkommens von 2015. Noch ist keine finale Einigung erzielt, aber der iranische Sprecher zeigte sich zuversichtlich, dass diese bald schon bald möglich sein könnte. 

dpa

London: Russland konzentriert sich auf Ostukraine

06:36
05.09.2022
Trotz der ukrainischen Gegenoffensive im Süden des Landes konzentriert sich Russland nach britischen Informationen bei seinem Angriffskrieg weiter auf den Vormarsch im Osten. Die Hauptachsen des russischen Vormarschs lägen bei Awdijiwka nördlich der Großstadt Donezk sowie rund um die Stadt Bachmut weiter nördlich, teilte das Verteidigungsministerium in London am Montag unter Berufung auf seine Geheimdienste mit. Zwar hätten die russischen Truppen in dieser Gegend zuletzt den meisten Erfolg gehabt. Sie stießen dennoch nur einen Kilometer pro Woche auf Bachmut vor.

Grund für die Konzentration auf die Ostukraine sei das politische Ziel, das gesamte Gebiet Donezk zu erobern. Dann könne der Kreml die „Befreiung“ der gesamten Donbass-Region verkünden, so das Ministerium. Allerdings stünden die Aussichten schlecht. „Russische Kräfte haben sehr wahrscheinlich wiederholt Fristen verpasst, um dieses Ziel zu erreichen.“ Das Ministerium zitierte ukrainische Behörden, wonach die russischen Einheiten nun die Aufgabe bis zum 15. September bewältigen sollten. „Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Truppe dies erreichen wird, was wiederum Russlands Pläne, Referenden über den Beitritt der besetzten Gebiete zur Russischen Föderation durchzuführen, weiter erschweren wird.“

Das britische Verteidigungsministerium veröffentlicht seit Beginn des russischen Angriffskriegs Ende Februar jeden Tag Informationen zum Kriegsverlauf. Moskau wirft London eine gezielte Desinformationskampagne vor.

dpa

Russisch-ukrainische Umarmung: Proteste gegen Mural in Australien

04:21
05.09.2022
Ein großes Street-Art-Mural, das einen russischen und einen ukrainischen Soldaten in einer Umarmung zeigt, hat in Australien für Proteste gesorgt. Das umstrittene Wandgemälde in Melbourne stammt von dem Künstler Peter Seaton, der sich mittlerweile für das Werk entschuldigt und es in der Nacht zum Montag entfernt hat. In einem Video auf Instagram erklärte er, seine Absicht sei es lediglich gewesen, den Frieden zu fördern. Der ukrainische Botschafter in Australien hatte zuvor auf Twitter protestiert und von einem „für alle Ukrainer beleidigenden Gemälde“ gesprochen.

„Der Maler hat keine Ahnung von der russischen Invasion in die Ukraine, und es ist enttäuschend, dass dies ohne Rücksprache mit der ukrainischen Gemeinde in Melbourne geschehen ist“, schrieb Botschafter Vasyl Myroshnychenko. Das Gemälde erzeuge „das Gefühl einer falschen Gleichwertigkeit zwischen dem Opfer und dem Angreifer“ und müsse entfernt werden.

Auch zahlreiche Organisationen in Australien kritisierten das Mural. „Wir alle wollen, dass der Krieg endet, aber man kann den Angreifer und die Ukrainer, die auf ihrem Heimatboden kämpfen, nicht in die gleiche Kategorie stecken“, zitierte die Zeitung „Sydney Morning Herald“ Stefan Romaniw von der Australian Federation of Ukrainian Organisations (AFUO). Künstler Seaton betonte in seinem Video, er habe mit dem Kunstwerk in keiner Weise die „schrecklichen Verbrechen Russlands“ seit dem Beginn des Krieges entschuldigen wollen.

dpa