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Möglicherweise humanitärer Korridor aus Charkiw am Sonntag

07:08
06.03.2022
Der Leiter der ukrainischen Delegation für Gespräche mit Russland hat Hoffnungen auf einen baldigen humanitären Korridor aus der ostukrainischen Stadt Charkiw ausgedrückt. „So Gott will“ werde es am Sonntag einen Korridor geben, schrieb David Arachamija in der Nacht zu Sonntag auf Facebook. Der Satz war eine Antwort auf den Kommentar einer Frau auf seiner Facebook-Seite, sie doch zu erhören und sich mit Russland auf einen Waffenstillstand zu einigen. Sie sei aus Charkiw und habe „10 Tage Hölle“ erlebt.

Vertreter der Ukraine und Russlands hatten sich zuletzt am Donnerstag im Westen von Belarus getroffen und sich bei ihrer zweiten Runde auf humanitäre Korridore verständigt. Sie sollten dabei helfen, dass Menschen umkämpfte Städte und Dörfer verlassen können. Am Samstag aber scheiterten Evakuierungen aus der ukrainischen Hafenstadt Mariupol. Beide Seiten warfen sich vor, gegen die verabredete Feuerpause verstoßen zu haben.

Jan-Felix Jasch

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Samstag, 5. März

Yogeshwar zu Brand in AKW in Ukraine: Kein Grund zu „Hysterie“

20:32
05.03.2022
Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar hält Sorgen auch in Deutschland vor einer atomaren Gefahr nach dem Feuer in einem ukrainischen Atomkraftwerk für nicht begründet. Zwar lösten die Vorgänge am AKW nahe der Großstadt Saporischschja auch in der deutschen Bevölkerung Sorgen vor einer Katastrophe wie in Tschernobyl 1986 aus, sagte der Wissenschaftsautor am Samstag im „Morgenecho“ auf WDR 5. Dem russischen Militär gehe es aber nicht um Zerstörung, womit Russland sich selber schaden würde, sondern um die Übernahme des größten AKW in Europa. Ein autonomes System zur Messung der Strahlung - „das kann man auch hier abrufen“ - zeige normale Werte.

Das Kraftwerk laufe über einen von vier Blöcken weiter. Es bestehe kein Grund für „Hysterie“, sagte Yogeshwar. Nach der Einnahme des AKW durch russische Truppen war in der Nacht zu Freitag auf dem Gelände ein Feuer ausgebrochen. Beide Konfliktparteien und internationale Experten hatten versichert, bei dem bald darauf gelöschten Brand sei keine Radioaktivität ausgetreten. Dennoch schürt der Vorfall Furcht vor einer atomaren Katastrophe infolge des russischen Angriffskriegs. Das AKW liegt rund 1600 Kilometer Luftlinie von Berlin entfernt.

Jan-Felix Jasch