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US-Regierung begrüßt IAEA-Trip zu Kernkraftwerk in Ukraine

18:14
29.08.2022
Die US-Regierung begrüßt die Inspektion des russisch besetzten Kernkraftwerks Saporischschja in der Ukraine durch Experten der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA). Der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates, John Kirby, sagte am Montag: „Wir freuen uns, dass das Team auf dem Weg ist, um die Sicherheit und den Schutz der dortigen Systeme zu überprüfen und die Arbeitsbedingungen des Personals zu evaluieren.“ Er appellierte an Russland, den Inspektoren einen sicheren und ungehinderten Zugang zu gewähren.

Erneut plädierte Kirby dafür, eine entmilitarisierte Zone rund um das Kraftwerk einzurichten. „Ein Kernkraftwerk ist kein geeigneter Ort für Kampfhandlungen“, mahnte er. „In der Zwischenzeit sind wir nach wie vor der Meinung, dass eine kontrollierte Abschaltung der Kernreaktoren von Saporischschja kurzfristig die sicherste und risikoärmste Option wäre.“

Jan-Felix Jasch

Kreml: Russland ist offen für Zusammenarbeit mit Atomenergiebehörde

15:49
29.08.2022
Russland hat vor dem Besuch von Experten der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) im besetzten Kernkraftwerk Saporischschja in der Ukraine seine Zusammenarbeit zugesichert. Russland sei an der IAEA-Mission interessiert und an deren Vorbereitung beteiligt gewesen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag in Moskau der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. „Russland ist offen für eine Zusammenarbeit.“ Beim Besuch werde es aber nicht um die Frage nach einer möglichen entmilitarisierten Zone rund um das Kraftwerk im Südosten der Ukraine gehen.

Zuvor hatte IAEA-Chef Rafael Grossi die Reise der internationalen Inspektoren zum Kraftwerk angekündigt. Der Tag sei gekommen, die Unterstützungs- und Hilfsmission nach Saporischschja sei nun auf dem Weg. „Wir müssen die Sicherheit der größten Nuklearanlage der Ukraine und Europas schützen“, schrieb er bei Twitter.

dpa

Kulturminister: Ukraine verteidigt kulturelles Erbe Europas

13:52
29.08.2022
Auf Suche nach Unterstützung für die von Kriegsfolgen betroffene Kulturszene seines Landes ist der ukrainische Kulturminister Olexandr Tkatschenko am Montag in Berlin mit Kulturstaatsministerin Claudia Roth und der im Auswärtigen Amt für Kulturpolitik zuständigen Staatsministerin Katja Keul (beide Grüne) zusammengetroffen. Tkatschenko erwartet konkrete Ergebnisse der Gespräche mit der Bundesregierung „nicht erst morgen, sondern gestern und heute“.

Im Mittelpunkt stand für Tkatschenko der Erhalt ukrainischer Kulturerbestätten, „die müssen gesichert werden, gerade noch vor dem Winter“. Auch Unterstützung für ukrainische Künstlerinnen und Künstler sei notwendig, die zu 80 Prozent weiter im Land seien. „Das gesamte Land verteidigt gerade jetzt Werte, Identität und kulturelles Erbe des Europäischen Union.“ Dies sei seine erste Auslandsreise seit Beginn des Krieges, sagte Tkatschenko beim Besuch mit Roth und Keul in der Barenboim-Said-Akademie, wo acht Musikerinnen und Musiker aus der Ukraine musizieren können. „Für mich ist das wie eine Reise von einem Land in eine andere Welt“, sagte der Minister.

Roth war Anfang Juni auf Einladung Tkatschenkos in Odessa. Die Stadt gilt nicht nur als Kulturmetropole, sondern ist wegen ihres großen Hafens auch von strategischer Bedeutung. Nun sprach Roth von der Zusage, „dass wir an der Seite der Ukraine weiter mit dazu beitragen, dass der Kampf für Freiheit, für die Demokratie, für das Leben in diesem Land möglich ist“. Es seien bereits umfangreiche Programme für den Kulturgüterschutz auf den Weg gebracht worden. Ziel des russischen Angriffskrieges sei es „ganz offensichtlich, die kulturelle Identität der Ukraine zu zerstören“.

Auch Keul sicherte der Ukraine weiter „uneingeschränkt“ Unterstützung zu. „Wir haben diverse Programme speziell für die Ukraine aufgestockt.“ Bei den Gesprächen mit Tkatschenko gehe es auch darum zu erfahren, was Deutschland noch mehr tun könne. Bei der Unterstützung für die Ukraine gehe es nicht nur um Wirtschaftssanktionen und Waffen, „sondern vor allen Dingen eben auch im kulturellen Bereich, den Austausch der Zivilgesellschaft am Leben zu erhalten und kontinuierlich zu fördern“.

dpa