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Moskau wirft Ukrainern „Sabotage“ an russischen Stromleitungen vor

18:13
16.08.2022
Russland hat Störungen an einem seiner Atomkraftwerke in der Grenzregion zur Ukraine beklagt - und dafür Bürger des Nachbarlandes verantwortlich gemacht. In den vergangenen zwei Wochen hätten „ukrainische Sabotage-Gruppen“ in dem Gebiet Kursk an insgesamt sechs Strommasten Sprengsätze gezündet, teilte der russische Inlandsgeheimdienst FSB am Dienstag laut Agentur Interfax mit. Unabhängig überprüfbar waren die Anschuldigungen in Richtung Ukraine, gegen die Russland seit fast einem halben Jahr Krieg führt, nicht. Dem FSB zufolge kam es am Kernkraftwerk Kursk zwischenzeitlich zu „einer Störung des technologischen Betriebsprozesses“.

Der russische Geheimdienst erklärte, nach den Verantwortlichen werde gefahndet. Zudem sollen russische AKW-Anlagen offiziellen Angaben zufolge nun noch besser geschützt werden.

Russland hat die Ukraine Ende Februar überfallen. Entgegen offiziellen Moskauer Angaben, wonach nur militärische Ziele angegriffen werden, häufen sich seit langem Berichte über Angriffe auf Zivilisten, zivile Infrastruktur und Wohngebiete. Zugleich werfen auch grenznahe russische Regionen dem Nachbarland immer wieder Beschuss vor. Die Opferzahlen auf russischer Seite stehen allerdings in keinem Verhältnis zu den verheerenden Kriegsfolgen in der Ukraine in den vergangenen Monaten.

Michael Rabba

Kremlchef Putin gibt Westen Verantwortung für Krieg in Ukraine

15:33
16.08.2022
Kremlchef Wladimir Putin hat die USA und den Westen für das Blutvergießen in Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine verantwortlich gemacht. Die westliche Allianz benutze die Ukrainer als „Kanonenfutter“ für ihr Projekt „Anti-Russland“, sagte Putin am Dienstag in einer Videobotschaft an die Teilnehmer der Moskauer Konferenz für internationale Sicherheit. Der Präsident beklagte einmal mehr, der Konflikt werde durch die Lieferung schwerer Waffen aus den USA und anderen westlichen Ländern in die Länge gezogen.

Schon zuvor hatte Putin den USA vorgeworfen, den Kampf bis zum letzten Ukrainer austragen zu wollen. Die USA und der Westen hingegen betonen, die Ukraine in ihrem Freiheitskampf um eine staatliche Unabhängigkeit gegen eine russische Vereinnahmung zu unterstützen.

Putin warf den USA vor, ihre Außenpolitik auf die Destabilisierung ganzer Regionen auszurichten – durch Provokationen, Umstürze und Bürgerkriege. Wie in der Ukraine so agiere das Land auch in Afrika, in Lateinamerika und in Asien, behauptete Putin. Er selbst sieht sich im Westen angesichts der russischen Okkupation weiter Teile der Ukraine ebenfalls mit Vorwürfen einer imperialen Politik konfrontiert.

Besonders kritisierte Putin die Taiwan-Reise der Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, Anfang August. Dieser Besuch „einer verantwortungslosen Politikerin“ sei die „dreiste Missachtung der Souveränität eines Landes“, sagte Putin. Russland steht an der Seite Chinas, das Taiwan als Teil der Volksrepublik ansieht und offizielle Kontakte anderer Länder zu dem Inselstaat strikt ablehnt. Mit einer „zielgerichteten und bewussten Strategie“ würden die USA, „Öl ins Feuer“ gießen, ihre Vormachtstellung behaupten und von innenpolitischen Problemen ablenken wollen, meinte er.

Zugleich verteidigte der 69-Jährige einmal mehr die Invasion in der Ukraine. Sie diene Russlands Sicherheit und dem Schutz der Menschen im Donbass. Es handele sich um ein souveränes Recht eines unabhängigen Staates, der sich nicht westlichem Chaos, einem „liberalen Totalitarismus“ und „neokolonialistischen Vormachtstreben“ der USA unterwerfe. Die Sicherheitskonferenz in Moskau zeige, dass eine multipolare Welt entstehe, meinte Putin.

dpa