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20220807062349

Ukrainischer Generalstab: Vorstöße von Russen in Donezk abgewehrt

06:23
07.08.2022
Die ukrainische Armee gerät im östlichen Gebiet Donezk zunehmend unter Druck - hat am Samstag allerdings eigenen Angaben zufolge vorerst alle Vorstöße der Russen abgewehrt. Es seien russische Offensiven in Richtung der Städte Slowjansk, Bachmut und Awdijiwka zurückgeschlagen worden, teilte der ukrainische Generalstab in seinem Abendbericht mit. Insbesondere um Bachmut toben seit Tagen heftige Kämpfe. Die prorussischen Rebellen hatten am Vortag vermeldet, es gebe Gefechte bereits innerhalb des Stadtgebiets. Unabhängig können die Angaben beider Seiten nicht überprüft werden.

Die Kleinstadt gilt als ein Eckpfeiler des Verteidigungssystems rund um den letzten von Ukrainern gehaltenen Ballungsraum im Donbass. Sollten Bachmut und andere Kleinstädte fallen, wäre der Weg für die russischen Truppen weitgehend frei in Richtung Slowjansk und Kramatorsk. Seit der Eroberung des Nachbargebiets Luhansk konzentrieren die Russen ihre Angriffe in der Ostukraine auf Donezk, wo sie bislang rund 60 Prozent des Territoriums erobert haben.

Sebastian Oldenborg

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Samstag, 6. August

Atomaufsicht-Chef: Krieg erfordert neue Kernenergie-Risikobewertung

18:37
06.08.2022
Der Chef der deutschen Atomaufsichtsbehörde, Wolfram König, fordert vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine eine neue Sicherheitsbewertung der Kernenergie. „Wir haben eine neue Risikobewertung vorzunehmen - auch und gerade vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine“, sagte der Präsident des Bundesamtes für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (Base) der Fachpublikation „Tagesspiegel Background“.

Weiter sagte König: „Bei den Risiken geht es nicht nur um die Frage der unmittelbaren Sicherheit der Kernkraftwerke.“ Derzeit rücke die ungelöste Frage der Entsorgung der radioaktiven Abfälle in den Hintergrund. Er sieht darin auch eine Gefahr für die Endlagersuche. „Mit einem Wiedereinstieg in die Atomkraft wäre die Grundlage des Suchprozesses infrage gestellt. Auch der fragile gesellschaftliche Konsens wäre in Gefahr.“

Nach dem Gesetz soll der Standort für das Endlager für die hoch radioaktiven Abfälle bis 2031 gefunden sein. „Ich bin inzwischen leider sicher, dass die Suche länger dauern wird“, sagte König. Und danach werde es noch 20 Jahre brauchen, bis ein betriebsbereites Endlager zur Verfügung stehe.

dpa

Russische Besatzungsverwaltung in Cherson meldet Tod von Mitglied

16:58
06.08.2022
Im südukrainischen Gebiet Cherson ist Angaben der russischen Besatzungsverwaltung zufolge eines ihrer Mitglieder nach einem Anschlag gestorben. Der stellvertretende Leiter der von den Russen in der Stadt Nowa Kachowka eingesetzten Verwaltung, Witalij Gura, sei seinen Verletzungen erlegen, schrieb die prorussische Politikerin Jekaterina Gubarewa am Samstag auf Telegram. Auch die staatliche russische Nachrichenagentur Ria Nowosti meldete Guras Tod. Demnach soll er früher am Tag in der Nähe seines Hauses von Unbekannten mit einer Schusswaffe angegriffen worden sein.

Infolge des seit knapp einem halben Jahr andauernden Angriffskriegs gegen die Ukraine haben russische Truppen in der Südukraine mehrere Gebiete erobert und dort eigene Verwaltungen installiert. Insbesondere in Cherson gab es seitdem wiederholt Proteste aus der Bevölkerung gegen die neuen Besatzungsmacht. Immer wieder berichteten russische und prorussische Medien auch von Anschlägen.

dpa