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Ukraine: Atomexperte sieht Risiken durch abgebrannte Brennelemente

12:50
04.03.2022
Atomkraftexperte Michael Sailer hat vor unabsehbaren Gefahren aufgrund der Entwicklung im ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja gewarnt. „Auch wenn der Reaktorbetrieb stabil bleiben sollte, sind die Gefahren immens“, sagte Sailer dem „Handelsblatt“ am Freitag. Der Experte verwies auf die großen Lager für abgebrannte Brennelemente, die in Saporischschja in unmittelbarer Nähe der Reaktoren stünden.

Die Brennstäbe müssten permanent mit Wasser gekühlt werden, sagte Sailer der Zeitung. „Sollte das Kühlwasser - etwa aufgrund von Explosionen oder durch Beschuss - austreten, wäre die Kühlung der Brennelemente gestört oder würde komplett ausfallen. Es ließe sich dann kaum mehr vermeiden, dass es nach wenigen Tagen zu einer massiven Freisetzung von Radioaktivität käme“, sagte Sailer. Außerdem gebe es in Saporischschja auch ein Behälterlager ohne Kühlwasser. „Auch dort könnte ein massiver Beschuss zu Radioaktivitätsfreisetzungen führen“, sagte Sailer.

Jan-Felix Jasch

Lukaschenko: Belarus nimmt nicht an Krieg in der Ukraine teil

11:00
04.03.2022
Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hat mit Nachdruck eine Beteiligung seines Landes am Krieg gegen die Ukraine bestritten. „Die belarussische Armee hat an der Spezial-Operation nicht teilgenommen und beabsichtigt auch nicht, daran teilzunehmen“, sagte Lukaschenko am Freitag Staatsmedien zufolge in Minsk. „Dazu besteht keine Notwendigkeit.“ Es habe auch keine Aufforderungen zur Einmischung gegeben. „Ihr habt keinen Anlass zur Besorgnis“, sagte er an die Adresse der Belarussen gerichtet.

Zugleich betonte Lukaschenko, die Kräfte an der Grenze zur Ukraine würden verstärkt. Es gebe immer wieder Versuche, Belarus in den Konflikt hereinzuziehen. Lukaschenko bezeichnet wie Russland den Krieg als „Spezial-Operation“.

Jan-Felix Jasch

Ukrainisches Atomkraftwerk: Experte sieht keine unmittelbare Gefahr

10:43
04.03.2022
Nach dem Brand auf dem Gelände der ukrainischen Atomanlage Saporischschja sieht die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) keine unmittelbare Gefahr eines Atomunfalls. Zwar sei das Gelände laut der ukrainischen Aufsichtsbehörde von russischen Truppen umstellt oder besetzt, sagte GRS-Abteilungsleiter Sebastian Stransky der Deutschen Presse-Agentur. Die Betriebsmannschaften würden jedoch in ihrem regulären Betriebsmodus arbeiten.

„Zum jetzigen Zeitpunkt ist das Kraftwerk laut Aufsichtsbehörde in sicherem Zustand und wird entsprechend den Betriebsvorschriften durch die Betriebsmannschaft betrieben“, sagte der Abteilungsleiter Internationale Projekte bei der GRS. Dies habe die Behörde auch der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) gemeldet. „Wichtig ist, dass das Betriebspersonal in Ruhe arbeiten kann und regelmäßig im Schichtbetrieb ausgewechselt wird.“ Die gemeinnützige Gesellschaft GRS bezeichnet sich als „Deutschlands zentrale Fachorganisation auf dem Gebiet der nuklearen Sicherheit“. Sie gehört zu 46 Prozent der Bundesrepublik.

Jan-Felix Jasch