Letztes Update:
20220726050708

Polen gegen Sparverpflichtung beim Gasverbrauch

19:01
25.07.2022
Polen spricht sich gegen den EU-Vorschlag zum verpflichtenden Einsparen von 15 Prozent des Gasverbrauchs aus. „Wir können über freiwillige Mechanismen sprechen, wir können über Einsparungen in den einzelnen Ländern sprechen“, sagte die Umwelt- und Klimaministerin Anna Moskwa am Montag in Warschau. Aber es sei schwierig, einem pauschalen Einsparziel zuzustimmen, „ohne zu wissen, wie der kommende Winter aussehen wird“. Polen sei für Gespräche mit anderen EU-Staaten über die Gasversorgung offen, sagte Moskwa. Es müsse aber um freiwillige Lösungen gehen. Die Ministerin betonte nach Angaben der Agentur PAP, dass die Gasspeicher in Polen „bereits jetzt voll sind“.

Die EU-Kommission hatte vergangene Woche vorgeschlagen, dass die Mitgliedsstaaten sich ein Sparziel von 15 Prozent vornehmen. Im Fall eines echten Gasnotstandes soll aber eine Drosselung des Konsums angeordnet werden können. Hintergrund des Energiemangels ist der russische Krieg gegen die Ukraine. Die EU-Energieminister wollen am Dienstag in Brüssel über den Vorschlag der Kommission beraten. 

dpa

IWF stellt neue Prognose zur Entwicklung der Weltwirtschaft vor

18:06
25.07.2022
Der Internationale Währungsfonds (IWF) legt am Dienstag seine neue Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft vor. Angesichts des russischen Angriffskriegs in der Ukraine ist mit einer erneuten Herabstufung der Prognose zu rechnen, wie IWF-Chefin Kristalina Georgiewa schon vorab erklärte. Der IWF hatte bereits im April ein langsameres Wachstum in diesem Jahr erwartet und seine Prognose auf 3,6 Prozent gesenkt.

Georgiewa hatte zuletzt betont, dass der Krieg zusätzlichen Druck auf die Rohstoff- und Lebensmittelpreise ausübe. Die anhaltenden pandemiebedingten Unterbrechungen und erneuten Engpässe in den globalen Lieferketten würden die Wirtschaftstätigkeit zusätzlich belasten. Ein weiteres Problem seien die hohen Inflationsraten und schwierigere Bedingungen auf den Finanzmärkten. Der IWF hatte erst in der vergangenen Woche die Wachstumsprognose für Deutschland deutlich gesenkt. Als Hauptgrund wurden mögliche Energieengpässe genannt.

dpa

Gazprom senkt Lieferung durch Nord Stream 1 auf 20 Prozent

16:44
25.07.2022
Der russische Gaskonzern Gazprom senkt die Lieferungen durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 weiter. Vom 27. Juli (Mittwoch) an, um 6 Uhr MESZ, würden noch 20 Prozent oder 33 Millionen Kubikmeter Gas täglich durch die wichtigste Versorgungsleitung nach Deutschland fließen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Grund sei die Reparatur einer weiteren Turbine, hieß es.

Kremlchef Wladimir Putin hatte in der vergangenen Woche angedroht, dass es um den 26. Juli zu einer weiteren Drosselung der Gaslieferungen über Nord Stream 1 kommen könnte. Er hatte dabei auf vom russischen Energieunternehmen verwendete Turbinen verwiesen. Demnach sei eine Drosselung möglich, wenn eine in Kanada reparierte Turbine nicht rechtzeitig wieder zur Verfügung stehe. Eine weitere Turbine sollte demnach um den 26. Juli herum für Reparaturen verschickt werden.

Erst am Donnerstag waren die Gaslieferungen über die derzeit wichtigste Verbindung nach Deutschland für russisches Erdgas nach einer zehntägigen Routinewartung wieder aufgenommen worden. Bereits im Juni hatte Gazprom die Lieferungen über die Pipeline auf 40 Prozent der Maximalkapazität gedrosselt und auf die zur Reparatur nach Kanada verschickte Turbine verwiesen. Die Bundesregierung hält dies für einen Vorwand.

dpa