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Russland: Angestrebte Nato-Erweiterung bringt nicht mehr Sicherheit

16:37
29.06.2022
Russland sieht den angestrebten Beitritt Finnlands und Schwedens zur Nato „negativ“. Das sagte Vize-Außenminister Sergej Rjabkow am Mittwoch in Moskau der Nachrichtenagentur Interfax zufolge und betonte: „Wir betrachten die Erweiterung des nordatlantischen Bündnisses als einen rein destabilisierenden Faktor in den internationalen Angelegenheiten.“ Ein solcher Schritt bringe weder dem westlichen Militärbündnis noch den Beitrittskandidaten mehr Sicherheit. Das gelte auch für Länder, „die das Bündnis als Bedrohung empfinden“, meinte Rjabkow. Dazu zählt sich auch Russland.

dpa

144.000 ukrainische Schüler an deutschen Schulen

15:24
29.06.2022
Die Zahl ukrainischer Schülerinnen und Schüler, die an Schulen und Berufsschulen in Deutschland aufgenommen wurden, ist weiter gestiegen. Wie die Kultusministerkonferenz (KMK) am Mittwoch mitteilte, waren es in der vergangenen Woche mittlerweile 144.000 Kinder und Jugendliche - ein Zuwachs um gut 5000 im Vergleich zur Vorwoche. Die meisten sind bisher in Bayern (26.231), Nordrhein-Westfalen (24.662) und Baden-Württemberg (19.198) untergekommen.

Die Zahlen sind seit dem russischen Überfall auf die Ukraine Ende Februar stetig angestiegen. Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) rechnet mit einem weiteren Anstieg. „Viele Bundesländer sind mit der Schulpflicht bisher pragmatischer umgegangen, auch weil die Kinder digital aus der Ukraine unterrichtet wurden“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. „Aber nach den Sommerferien wird die Schulpflicht sicher überall greifen und es wird schon deshalb mehr ukrainische Schülerinnen und Schüler geben.“

Insgesamt werden in Deutschland etwa elf Millionen Schülerinnen und Schüler unterrichtet.

dpa

Selenskyj warnt Nato vor weiteren russischen Angriffen

14:41
29.06.2022
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Nato vor möglichen russischen Angriffen auch auf andere Länder gewarnt. „Die Frage ist: Wer ist der nächste für Russland? Moldau? Das Baltikum? Oder Polen? Die Antwort: sie alle“, sagte Selenskyj am Mittwoch in einer per Video übertragenen Rede an den Nato-Gipfel in Madrid. Das wahre Ziel Russlands sei die Nato, meinte der ukrainische Staatschef. Dazu setze Moskau als Instrument auch Hunger zur Verursachung von Migrationswellen ein. Auch Energieressourcen nutze der Kreml, um Europa dazu zu zwingen, „auf Ihre Freiheit, Ihre Demokratie und Ihre Werte“ zu verzichten.

Die Ziele der Ukraine hingegen stimmten „absolut“ mit denen der Nato überein, betonte er. „Wir sind an Sicherheit und Stabilität auf dem europäischen Kontinent und der Welt interessiert.“ Der Ukraine dabei zu helfen, den Krieg auf dem Schlachtfeld zu gewinnen, sei im Interesse der Allianz, meinte Selenskyj. Kiew brauche von den Nato-Staaten dafür moderne Luftabwehr und weitere Artilleriesysteme.

Zugleich sei die finanzielle Unterstützung der Ukraine wichtig. „Wir haben ein Multimilliardendefizit und kein Erdöl und kein Erdgas, mit dem wir das ausgleichen können“, sagte Selenskyj. Umgerechnet 4,7 Milliarden Euro monatlich brauche sein Land zur Deckung des Verteidigungsbedarfs.

dpa