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Gouverneur: Russische Truppen im Industriegebiet von Sjewjerodonezk

21:49
20.06.2022
In der heftig umkämpften Stadt Sjewjerodonezk sind russische Truppen ukrainischen Angaben zufolge in das Industriegebiet vorgedrungen sein. Dort werde bereits gekämpft, schrieb der Gouverneur des Gebiets Luhansk, Serhij Hajdaj, am Montagabend in seinem Telegram-Kanal. Ukrainische Truppen kontrollieren demnach nur das Territorium des Chemiewerks Azot. Auch umliegende Ortschaften stünden unter ständigem Beschuss.

Im Krieg gegen die Ukraine konzentrieren sich russische Truppen seit einiger Zeit auf die Einnahme des Verwaltungszentrums Sjewjerodonezk im Gebiet Luhansk. Am Montagmorgen räumten ukrainische Behörden den Verlust der Ortschaft Metjolkine südöstlich der Stadt ein.

Im Chemiewerk Azot hielten sich nach Angaben der ukrainischen Vize-Regierungschefin, Iryna Wereschtschuk, zuletzt noch etwa 300 Zivilisten auf. Die Lage ändere sich allerdings ständig, sagte sie nach Angaben der ukrainischen Agentur Ukrinform am Montag. Sollten die dort verschanzten Zivilisten den Wunsch äußern, evakuiert zu werden, werde man versuchen, einen Fluchtkorridor einzurichten, so Wereschtschuk den Angaben zufolge. Am Samstag hatte Hajdaj gesagt, die Zivilisten wollten nicht evakuiert werden, es gebe jedoch ständigen Kontakt.

Im Gegensatz zum Stahlwerk Azovstal in Mariupol soll es in Azot kein ausgedehntes Netz an Luftschutzbunkern geben. Die einzelnen Notunterkünfte seien nicht untereinander verbunden, hatte Hajdaj gesagt. In einem Bunkersystem unter dem Stahlwerk Azovstal hatten ukrainische Verteidiger und Zivilisten noch wochenlang ausgeharrt, als Mariupol schon längst von russischen Truppen erobert war.

Michael Rabba

Biden: Ukraine-Besuch bei anstehenden Reisen unwahrscheinlich

21:29
20.06.2022
US-Präsident Joe Biden hat einen Besuch der Ukraine im Zuge der anstehenden Reisen nach Europa und in den Nahen Osten als „unwahrscheinlich“ bezeichnet. Generell hänge eine solche Reise auch immer davon ab, ob sie Schwierigkeiten und Ablenkung für die Ukraine bringen würde, sagte Biden am Montag in Rehoboth Beach in seinem Heimatstaat Delaware. Dort verbrachte er das lange Wochenende - in den USA war am Montag Feiertag.

Ende Juni nimmt Biden in Deutschland am Gipfel der G7-Staaten in Elmau teil, anschließend reist er nach Madrid zum Nato-Gipfel. Für Mitte Juli plant Biden eine Reise nach Israel und Saudi Arabien. „Und dann werde ich direkt nach Hause kommen“, sagte er.

Der US-Präsident ist seit Kriegsausbruch am 24. Februar noch nicht in die Ukraine gereist. Im März reiste er nach Polen und traf dort US-Soldaten an der Ostflanke der Nato. Seine Ehefrau Jill besuchte im Mai überraschend die Ukraine. In der Stadt Uschorod kam sie mit Flüchtlingen zusammen.

Michael Rabba

Ukrainische Journalisten erhalten Freiheitspreis der Deutschen Welle

20:49
20.06.2022
Die ukrainischen Journalisten Mstyslav Chernov und Evgeniy Maloletka sind mit dem Freiheitspreis der Deutschen Welle (DW) ausgezeichnet worden. Sie nahmen den Preis „DW Freedom of Speech Award“ für ihre Berichterstattung über den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine am Montag in Bonn im Kontext einer internationalen Medienkonferenz entgegen.

Den Freiheitspreis gibt es seit 2015. Damit werden Personen oder Initiativen für ihre herausragende Förderung von Menschenrechten und Meinungsfreiheit ausgezeichnet. AP-Journalist und Autor Chernov und der freischaffende Fotojournalist Maloletka stammen aus der Ostukraine.

In einer DW-Mitteilung wurde Preisträger Chernov so zitiert: „Manchmal sind Informationen für das Überleben der Menschen wichtiger als Lebensmittel. Dieser Gedanke ließ uns weiterarbeiten, auch wenn es jeden Tag schwieriger wurde.“

Maloletka sagte: „Die Tragödie von Mariupol wird für immer wie eine große Narbe auf meinem Körper und meinem Herzen bleiben, aber gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass unsere Arbeit, mit der wir die Schrecken des Krieges dokumentiert haben, der Welt helfen wird, zu verstehen, was in der Ukraine passiert ist, und den Tausenden, die in einem sinnlosen Krieg getötet wurden, Gerechtigkeit widerfahren lässt.“ Die beiden Journalisten, die in die Ukraine zurückkehren werden, um ihre Berichterstattung fortzusetzen, widmeten die Auszeichnung ihren ukrainischen Kolleginnen und Kollegen.

Michael Rabba